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Nach getaner Arbeit: Liam Occhi sitzt in der frisch geputzten Giraffen Lodge im Knies Kinderzoo in Rapperswil und stellt sich den Fragen von Travelnews. Bild: TN

Mit 16 Jahren mitten in der Hotellerie

Liam Occhi wollte eigentlich Koch werden – und hat sich nun für andere, neuere Wege entschieden: Die Ausbildung zum Hotel-Kommunikationsfachmann gibt es erst seit wenigen Jahren. Travelnews hat den Young Hotelier getroffen.

Im August 2024 hat Liam Occhi die Ausbildung zum Hotel-Kommunikationsfachmann an der EHL Passugg begonnen. Travelnews hat den 16-Jährigen im Knies Kinderzoo in Rapperswil getroffen, wo er im Moment ein Praktikum absolviert, um mehr über seinen noch wenig bekannten Beruf zu erfahren.

«Diesen Beruf gibt es erst seit rund sechs Jahren, er ist also noch ziemlich neu», so der Pfäffiker. Dementsprechend gibt es im Kanton Zürich nur eine überschaubare Anzahl an Lehrstellen, weshalb sich Liam die EHL Passugg mit 55 Ausbildungsplätzen ausgesucht hat. Auf diese Ausbildung gestossen ist er durch eigene Recherche und Freunde aus seiner ehemaligen Schulklasse.

Eigentliches sollte es die Gastronomie werden

Dabei wollte er eigentlich Koch werden. «Ich habe schon immer gerne gekocht und gebacken. Für mich war schon früh klar, dass ich in die Gastronomie will», erklärt der angehende Hotel-Kommunikationsfachmann. Und dies, obwohl sein Vater als Elektroingenieur und seine Mutter als Physiotherapeutin und Lehrerin aus ganz anderen Berufsfeldern kommen.

«Ich habe also als Koch eine Schnupperlehre gemacht und musste dann aber feststellen, dass mir das Repetitive und der Stress nicht gefallen.» Daraufhin stiess er auf Hotel-Kommunikationsfachmann und absolvierte dort ebenfalls eine Schnupperlehre. Dabei sah er, dass auch bei dieser Ausbildung Kochen dazugehört, auch wenn nicht ganz so intensiv.

«Der Studiengang ist sehr vielfältig und gibt mir die Möglichkeit, verschiedenste Bereiche der Hotellerie näher kennenzulernen. Darum habe ich mich für diese Ausbildung entschieden», so Occhi.

Die sogenannte schulische Lehre besteht aus Praktikum und Schule. In seinem ersten Ausbildungsjahr hat er von Oktober bis August Zeit, sechs Monate lang ein Praktikum zu absolvieren, bevor es von August bis Dezember wieder in die Schule geht. Als Praktikumsbetrieb hat er sich den Schweizerhof in der Lenzerheide ausgesucht.

Zuständig für die Giraffen Lodge

Wegen einer Unihockey-Verletzung im Januar konnte er sein Praktikum zunächst nicht antreten. Da die Einhaltung der vorgegebenen Praktikumsdauer jedoch Voraussetzung für den erfolgreichen Abschluss des Schuljahres ist, holt er die versäumte Zeit nun im Knies Kinderzoo in Rapperswil nach. Dort betreut er während zwei Monaten die Giraffen Lodge, die von Swiss Family Hotels geführt wird – einem Partnerbetrieb des Hotels Schweizerhof in der Lenzerheide.

Zu seinen täglichen Aufgaben gehören, den «Zmorgechorb» für die Gäste zuzubereiten, die Lodge zu putzen und für die nächsten Gäste herzurichten, in den beiden Restaurants auszuhelfen und mit den beiden Miniaturpferden des Zoos spazieren zu gehen.

«Mir gefallen alle Aufgaben, die ich hier habe», erklärt Occhi und fügt hinzu: «Solange das Wetter schön ist.» Sobald es regne, sei es ein wenig mühsam, da nichts nass werden darf und der Sand des Giraffengeheges nicht in die Lodge gelangen sollte. Das Lager mit der frischen Wäsche befindet sich nämlich rund 300 Meter weit weg.

Viele Möglichkeiten

Zu seinem Hobby, dem Unihockey, wird er nicht mehr zurückkehren können. «Nebst der Verletzung machen auch die Arbeitszeiten in der Hotellerie das Ausüben eines Teamsports schwierig.» Nun hat er das Fitnessstudio für sich entdeckt. «Dort bin ich zeitlich sehr flexibel. Den Teamsport vermisse ich aber schon», erklärt er.

Nach dem Abschluss seiner Ausbildung plant er, eine zweijährige höhere Fachschule zu besuchen und sich anschliessend auf Eventmanagement zu spezialisieren. «Die Ausbildung zum Hotel-Kommunikationsfachmann eröffnet viele Wege», erklärt er. «Man kann sich etwa in Richtung Küche, Service oder Rezeption weiterentwickeln – oder sich zum Hotelfachmann, Hoteldirektor mit Bachelorabschluss oder eben im Eventbereich weiterqualifizieren.»

Besonders schätzt er, dass all diese Möglichkeiten ohne eine weitere vierjährige Lehre realisierbar sind: «Gerade diese Flexibilität macht den Beruf für mich so attraktiv», sagt Occhi.

(MLD)