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Robustes Jahr 2024 für den Garantiefonds
Der Garantiefonds der Schweizer Reisebranche zieht im Jahresbericht 2024 eine überwiegend positive Bilanz. Die Mitgliederzahl lag Ende Jahr bei 392 Unternehmen mit 862 Marken und Filialen. Trotz drei Konkursen – darunter FTI Touristik AG, Big Xtra Touristik AG und ICT Incentive & Convention Travel SA – konnten alle betroffenen Rückforderungen zügig bearbeitet und grösstenteils aus vorhandenen Garantien gedeckt werden.
Im Berichtsjahr fielen 19 Teilnehmer weg. Austrittsgründe waren neben den drei Konkursfällen mehrheitlich Fusionen oder Geschäftsaufgaben in Folge fehlender Nachfolgeregelung.
Die Bonitätslage der Mitglieder hat sich leicht verbessert, und das Gesamtrisiko konnte dank höherer Umsätze und verbesserter Finanzkennzahlen geschmälert werden. Die Rückstellungen für Schadenfälle stiegen um CHF 3,85 Millionen auf knapp CHF 12,8 Millionen, auch dank gestiegener Einnahmen aus Teilnehmerbeiträgen (+25 %) und Finanzerträgen.
Auf die Frage, wie er die Höhe der Rückstellungen von 12,8 Millionen Franken einschätze, sagt Garantiefonds-Geschäftsführer Marco Amos: «Der Betrag ist solide. Vor drei bis vier Jahren lag die Rückstellung deutlich niedriger. Sie wächst zwar gut, doch die Vergangenheit zeigt, dass grössere Konkursfälle diese wieder schnell belasten können. Angesichts der verschärften Risikosituation in der heutigen Zeit ist es unser Ziel, dieses Vermögen weiterhin auszubauen und zu stabilisieren.»
600 Rückerstattungsforderungen wegen FTI
Die FTI-Insolvenz von Anfang war der bedeutendste Schadensfall. Fast 600 Rückerstattungsforderungen gingen ein. Der Garantiefonds reagierte schnell mit einer ausserordentlichen Stiftungsratssitzung und informierte die Branche zeitnah. Bis Ende Dezember waren alle eingereichten Anträge bearbeitet und, wo berechtigt, ausbezahlt worden.
Die hinterlegte Garantiesumme der FTI Touristik AG deckte die geleisteten Auszahlungen vollständig, während die der Big Xtra Touristik AG grösstenteils abgedeckt waren. In Zusammenhang mit dem Konkursfall ICT gingen beim Garantiefonds keine Rückerstattungsforderungen ein. Somit hinterlassen die drei Konkursfälle nahezu keine Spuren in der Jahresrechnung.
Rückvergütung für Reisebüros
Finanziell blieb das Jahr stabil: Der Jahresertrag belief sich auf CHF 7,38 Mio., der Aufwand auf CHF 2,27 Mio. Aufgrund des positiven Ergebnisses wurde erneut eine Rückvergütung von 20 % der Teilnehmerbeiträge beschlossen. Die Rückvergütung wird als Guthaben mit der zweiten Akontozahlung im August 2025 verrechnet.
Für das Jahr 2025 rechnet der Garantiefonds mit stabilen Einnahmen und einer weiteren Erhöhung der Rückstellungen. Die Branche bleibt zwar mit geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert, zeigt sich aber anpassungsfähig und zuversichtlich, heisst es im Jahresbericht.
Organisatorisch kam es zur Übergabe des Ombudsamts von Franco A. Muff an Walter Kunz und die drei bisherigen Stiftungsratsmitglieder Claude Luterbacher, Daniel Bühlmann und Philipp von Czapiewski wurden für eine weitere Amtszeit von drei Jahren gewählt.