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Der Godafoss Wasserfall ist einer der schönsten Orte Islands, direkt an der Ring Road gelegen. Alle Bilder: Edelweiss | Loren Bedeli

Sechs Gründe für eine Reise nach Nordisland

Wer spektakuläre Naturschauspiele abseits der Touristenströme entdecken will, sollte sich den Norden den grössten Vulkaninsel der Welt genauer ansehen – wir sagen wieso.

Der Norden von Island ist ein Juwel für Entdeckerinnen und Entdecker. Rund um Akureyri wartet der «Diamond Circle» mit zahlreichen Naturschönheiten auf. Während die meisten Touristen den berühmten «Golden Circle» im Süden der Insel bereisen, kann man im Norden die nicht weniger spektakulären Wasserfälle auf dem «Diamond Circle» teilweise fast für sich alleine geniessen.

Hier sind sechs Gründe, wieso Nordisland der Geheimtipp für die Sommerferien 2023 ist:

Göttliche Wasserfälle

Der 250 Kilometer lange Diamond Circle umfasst fünf Highlights: die einzigartige Landschaft des Naturparadieses Mývatn, der gewaltige Ásbyrgi Canyon, das Walbeobachtungs-Meka Húsavík und die beiden malerischen Wasserfälle Goðafoss und Dettifoss. Kaum ein anderes europäisches Land beherbergt so viele spektakuläre Wasserfälle. So unter anderem den kräftigsten Wasserfall Europas: Dettifoss. 200 Kubikmeter Wasser stürzen hier pro Sekunde rund 45 Meter in die Tiefe – ein gewaltiger Anblick.

Etwas kleiner, aber nicht weniger majestätisch, ist der Goðafoss-Wasserfall. Das isländische Wort «Goð» bedeutet übersetzt «Götter», was Goðafoss zum Wasserfall der Götter macht. Sein Name bezieht sich allerdings nicht nur auf seine göttliche Schönheit, sondern ist auf die Bekehrung der Isländerinnen und Isländer zum Christentum zurückzuführen. Nach der Konvertierung warf der damalige Gesetzgeber des Landes, Þorgeir Ljósvetningagoði, alle seine Götzenbilder der altnordischen Religion in den Wasserfall.

Tipp: Die Gischt der Wasserfälle Goðafoss und Dettifoss sorfen für eine erfrischende Abkühlung. Eine Regenjacke lohnt sich bei den Wasserfällen auch bei strahlendem Sonnenschein, denn nass wird man hier ganz bestimmt.

Heisses Wellness-Vergnügen

Die hohe geothermische Aktivität der grössten Vulkaninsel der Welt macht Island zu einem echten «Hotspot». Zahlreiche heisse Quellen sorgen das ganze Jahr über für einzigartige Wellness-Erlebnisse. Die wohl berühmteste Thermalquelle Islands ist die «Blue Lagoon» nahe Reykjavik, wo man aber oft bereits Tage im Voraus einen Slot buchen muss.

Unser Geheimtipp im Norden: die Myvatn Nature Baths, die weit weniger überlaufen, aber mindestens genauso romantisch sowie auch preiswert sind. Auch dort schimmert das Wasser milchig blau und versorgt die Haut mit gesunden Mineralien. Die Myvatn Nature Baths haben, wie die meisten Thermen in Island, auch eine Swim-up-Bar, wo man mit Blick auf die mystische Landschaft einen Drink im heissen Thermalwasser geniessen kann. Klareres Wasser bieten die nördlichen Thermen GeoSea, mit einem spektakulären Infinity Pool mit Blick auf den Fjord nahe Húsavík, sowie die nagelneue Forest Lagoon, mit Blick auf den Eyja-Fjord und die Stadt Akureyri in der Ferne.

Unser Tipp: Für alle Fans von isländischem Craft Beer bietet Bjórböðin, das erste Beer Spa Islands, auch Bäder in Bier an – inklusive Tasting (natürlich im Bier-Bad, aber nicht vom Bier, in dem man gerade badet).

Auf dem Rücken der Pferde

Eine besonders einmalige Art, die dramatisch-poetische Landschaft des Nordens zu entdecken, ist auf dem Rücken eines Islandpferdes. Auf etwas über 370’000 Einwohnerinnen und Einwohner kommen über 100’000 Islandpferde, die zwar alle jemandem gehören, aber die meiste Zeit frei auf der Insel leben.

Die kleinen, kräftigen Pferde sind bei Reiterinnen und Reitern auf der ganzen Welt beliebt, da sie sehr ausdauernd und gutmütig sind und eine zusätzliche Gangart namens «Tölt» beherrschen. Der Hof Helluland in der Nähe der nordischen Stadt Sauðárkrókur bietet sowohl Schnupper-Ausritte für Anfänger, als auch mehrtägige Reittouren für Profis entlang schwarzer Strände und bis in das wilde Hochland an.

Mit dem Buggy entlang von Vulkanen

Abseits der gewohnten Wege gelangt man im Norden Islands nicht nur auf dem Rücken eines Islandpferdes, sondern auch mit einer Buggy-Tour. Geo Travel Iceland hat sich die neuesten Buggys zugelegt und bietet auch geführte Buggy-Touren im Mývatn Naturreservat an. Die spektakuläre Gegend rund um den gleichnamigen und viertgrössten See Islands ist von Vulkanen und Vulkankratern durchzogen, was eine actionreiche Tour durch die fast ausserirdisch anmutende Landschaft noch unvergesslicher macht. Und wer nicht selber fahren will, kann den Ausflug auch als Beifahrer geniessen. Warme und staubresistente Anzüge sowie Helme und Handschuhe stellt Geo Travel Iceland vor Ort zur Verfügung.

Unser Tipp: Die Sonnenuntergänge am weitläufigen Mývatn See sind besonders farbenfroh und können in den Sommermonaten dank der Mitternachtssonne nicht nur für wenige Minuten, sondern fast für mehrere Stunden genossen werden.

Die Walbeobachtungshauptstadt Europas

Der pittoreske Ort Húsavík mag zwar klein sein, dafür ist er bei Fans der grössten Meeressäugetiere der Welt ganz gross im Rennen. Húsavík gilt nicht nur als die älteste Stadt Islands, sondern auch als Walbeobachtungshauptstadt Europas. Mit einer Erfolgsquote von fast 100% stehen die Chancen im Eyja-Fjord sehr gut, einen Wal zu sehen. In den isländischen Gewässern sind schon 23 verschiedene Walarten gesichtet worden und einige der Riesen halten sich das ganze Jahr in den Fjorden auf.

Unser Tipp: Whale Watching Akureyri bietet 2,5 bis 3,5-stündige Touren in kleinen Booten an und die qualifizierten Skipper:innen wissen auch allerhand Spannendes über die Tierwelt, die Natur und die Geschichte der Umgebung zu erzählen.

Die Erde lebt

Nicht nur die berühmten schwarzen Sandstrände und zahlreichen Vulkankrater zeigen, dass die seismischen Aktivitäten auf Island ihre Spuren hinterlassen. Auch im Norden sieht man auf seiner Reise täglich, dass die Insel lebt. So ist der bekannte Ásbyrgi Canyon durch Flüsse aus Gletscherschmelzwasser entstanden. Die Wassermassen waren kraftvoll genug, um die hufeisenförmige Schlucht in den Fels zu fräsen, da zahlreiche Vulkanausbrüche zu einer gewaltigen Gletscherschmelze führten. Die etwas romantischere Geschichte zur Entstehung der rund 3,5 Kilometer langen Schlucht besagt, dass der Canyon durch ein Hufabdruck von Odins Pferd Sleipnir entstanden ist.

Ganz in der Nähe gibt es auch noch die atemberaubenden Felsformationen von Hljóðaklettar und Dimmuborgir zu entdecken. Doch damit nicht genug: Der Norden Islands bietet alles, was das Herz eines Naturliebhabers begehrt und einen entscheidenden Vorteil – die Möglichkeit, die Schönheit Islands fast für sich alleine zu haben.

(CSC)