Future

Die Tage von Shampoos und Duschgels im Mini-Format sind in europäischen Hotels gezählt. Bild: Adobe Stock

Mini-Shampoos im Hotel vor dem Aus

Die EU will Verpackungsmüll reduzieren und nimmt dabei auch Hotelzimmer ins Visier. Shampoo, Duschgel und Bodylotion im Taschenformat werden verboten.

Mini-Shampoos, kleine Duschgels und Bodylotion im Taschenformat gehören für viele Reisende fast so selbstverständlich zum Hotelaufenthalt wie das frisch gemachte Bett. Doch diese Klassiker werden laut dem «Stern» schon bald aus europäischen Hotels verschwinden. Neue EU-Vorschriften zur Reduktion von Verpackungsmüll setzen den sogenannten Amenities, wie die Mini-Produkte im Fachjargon heissen, ein absehbares Ende.

Die Verordnung (EU) 2025/40 ist Teil des European Green Deal und trat bereits im Februar 2025 in Kraft. Erste Auswirkungen werden ab dem 12. August 2026 spürbar: Dann gelten in allen 27 EU-Mitgliedstaaten strengere Vorgaben zur Verpackungsvermeidung, Recyclingfähigkeit sowie zu Informations- und Kennzeichnungspflichten. Auch Hotels sind davon betroffen.

Ein sofortiges Verbot der beliebten Miniaturen bedeutet das jedoch nicht. Die neuen Regeln schaffen zunächst vor allem einen rechtlichen Rahmen, der Hersteller und Hoteliers dazu verpflichtet, Verpackungen nachhaltiger zu gestalten und Mehrweg-Lösungen stärker zu fördern.

Das eigentliche Aus kommt erst 2030

Die entscheidende Änderung folgt erst später: Ab dem 1. Januar 2030 dürfen bestimmte Einwegverpackungen im Beherbergungssektor nicht mehr neu in Verkehr gebracht werden. Dazu zählen ausdrücklich kleine Einwegbehälter für Hotelkosmetik wie Shampoo, Duschgel oder Lotionen sowie Portionsverpackungen etwa für Ketchup oder Mayonnaise.

Für Reisende dürfte sich der Aufenthalt dennoch kaum verändern. Viele Hotels setzen bereits heute auf nachfüllbare Spendersysteme in Dusche oder Waschbereich, die als ressourcenschonende Alternative gelten.

Unklar bleibt derzeit noch, wie streng künftig zwischen Hotelprodukten und handelsüblichen Reisegrössen aus Drogerien unterschieden wird. Branchenverbände gehen davon aus, dass privat gekaufte Mini-Produkte weiterhin erhältlich bleiben.

Bis 2030 bleibt der Branche Zeit, sich anzupassen. Anschliessend will die EU prüfen, ob die Massnahmen tatsächlich zu weniger Verpackungsmüll führen. Eine erste umfassende Umweltbilanz ist für das Jahr 2032 vorgesehen.

(TN)