Future
Giga-Projekt zwischen Vision und Grössenwahn
Die Liste spektakulärer Bauprojekte, die nie über die Konzeptphase hinauskommen, wächst stetig. Erst kürzlich wurde bekannt, dass das saudische Megaprojekt «The Line» wohl deutlich kleiner ausfallen dürfte als ursprünglich geplant. Doch visionäre Ideen bleiben gefragt. Aktuell sorgt ein kanadisches Designbüro mit einem Projekt namens «The Moon» für Aufmerksamkeit, wie das Portal «Futurezone» schreibt.
Die Idee: ein gigantisches kugelförmiges Gebäude, das Besucherinnen und Besuchern das Gefühl vermitteln soll, auf dem Mond zu stehen. Mit einem geplanten Durchmesser von 271 Metern und einer Höhe von 312 Metern wäre «The Moon» das grösste sphärische Bauwerk der Welt – deutlich grösser als die bekannte Sphere in Las Vegas und fast so hoch wie der Eiffelturm.
Aussen soll ein riesiger Bildschirm die Mondoberfläche simulieren und ständig wechselnde Animationen zeigen. Im Inneren sind ein Hotel mit rund 4000 Zimmern, Veranstaltungsflächen, ein Kongresszentrum sowie eine simulierte Mondbasis vorgesehen. Laut den Initianten könnte die Anlage sogar als Trainingsumgebung für zukünftige Astronauten dienen und eine Brücke zum Weltraumtourismus schlagen.
Gigantische Träume, offene Fragen
Konkrete Baupläne existieren bisher allerdings nicht. Das Projekt verfügt derzeit weder über einen Investor noch über einen festen Standort. Als mögliche Regionen werden unter anderem die USA, die Vereinigten Arabischen Emirate, Spanien oder Australien genannt.
Das Unternehmen hinter dem Konzept bleibt auffallend zurückhaltend. Öffentlich bekannte Teammitglieder sind unter anderem Mitgründer Michael R. Henderson sowie Sandra G. Matthews, deren Linkedin-Profil das Projekt als Vision eines kanadischen Designstudios beschreibt. Demnach will die Firma das Bauwerk nicht selbst realisieren, sondern die Idee an Investoren verkaufen.
Die präsentierten Visualisierungen erinnern dabei an eine Mischung aus Las Vegas’ Sphere, dem Apple Park in Kalifornien und futuristischen Expo-Konzepten. Ob «The Moon» tatsächlich gebaut wird oder lediglich ein weiteres Kapitel in der Geschichte gescheiterter Megaprojekte bleibt, dürfte letztlich weniger von Visionen als von Milliardeninvestitionen abhängen. Bis dahin bleibt der Mond dort, wo er schon immer war: in sicherer Entfernung zur Erde.