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Nachtzüge könnten ab Zürich künftig eine noch grössere Rolle im europäischen Nachtreiseverkehr spielen. Bild: ÖBB

Zürich soll Drehscheibe für Nachtzüge und Nachtbusse werden

Eine Studie von Stadt Zürich und Zürich Tourismus sieht grosses Potenzial für ein dichtes Netz aus Nachtzügen und Nachtbussen ab Zürich. Damit könnten nachhaltige Reisen über Nacht attraktiver und einfacher werden.

Zürich soll zum so genannten «Nachtsprung»-Drehkreuz werden, also zum Knotenpunkt für Nachtzüge und Nachtbusse. Dies schlägt eine Studie der Stadt Zürich und von Zürich Tourismus vor.

Der jüngste Klimaschutzbericht der Stadt Zürich vom Dezember zeigte es laut der Nachrichtenagentur Keystone-SDA deutlich: Die Zürcherinnen und Zürcher haben keine Flugscham. Jeder und jede von ihnen absolvierte im Jahr 2024 im Schnitt 2,5 Flüge. Nur gerade ein Sechstel der etwas über 10'000 Flugkilometer pro Person war beruflich bedingt.

In der Studie «Nachtsprung Zürich 2024» schlagen Stadt Zürich und Zürich Tourismus nun vor, Zürich zu einem Knotenpunkt für europäische Nachtverbindungen von Bussen und Zügen zu machen.

62 Prozent würden Nachtzug fahren

«Unsere zentrale Lage im Herzen Europas prädestiniert uns dafür», heisst es in der Studie. Ziel soll es sein, dass Europa nachhaltig entdeckt wird. Dazu bereit wären gemäss der Studie 62 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer.

Dass heute längst nicht alle 62 Prozent einsteigen, liegt am Angebot. Eine Reise im Nachtzug brauche heute noch eine gesunde Portion Pragmatismus. «Von der Buchung bis zur Ankunft läuft nicht immer alles geschmeidig.» Die Studie betont jedoch, dass ein Wandel spürbar sei. Grosses Potenzial sieht sie für Reisen bis 1500 Kilometer, womit zahlreiche europäische Metropolen abgedeckt wären, darunter Berlin, Wien oder Barcelona.

Die Studie schlägt auch vor, das Potenzial der Züge besser zu nutzen. Heutige Nachtzüge würden Platz für etwa 250 Personen bieten. Mit einem so genannten «Jumbo-Konzept» könnten 1500 Reisende in einem einzigen Zug transportiert werden. Das sei keine Zukunftsmusik, sondern technisch realisierbar.

Grosses Potenzial sieht die Studie auch in Nachtbussen. Sie könnten Ziele anfahren, die für eine Nachtzug-Verbindung zu wenig attraktiv seien. Zug und Bus gemeinsam können ein dichtes Nachtreise-Netzwerk bilden, das Europa neu verbinde – von Zürich aus.

(TN)