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Fast 70% der Schweizer fühlen sich durch Bilder an ihre Reisen erinnert, 47% durch Begegnungen mit Menschen und mehr als 40% aufgrund bestimmter Speisen. Bild: Fotolia

Reiseerinnerungen: Als wäre es gestern gewesen

Wie Reisen in Erinnerung bleiben, wie Schlüsselreize das Gedächtnis stimulieren und wie Gespräche über Erlebtes die Erinnerungen schärfen: Das hat Swiss mit dem «The Memory Experiment» analysiert.

Was bleibt uns wirklich in Erinnerung nach einer Reise? Dieser Frage ging Swiss im Rahmen eines internationalen Experiments nach, für welches im August 2018 insgesamt 30 Personen im Alter von 18 bis 80 Jahren aus insgesamt sechs Ländern befragt wurden. Die Teilnehmer wurden zunächst in Einzelinterviews und anschliessend in Paarinterviews zu ihren Reiseerinnerungen abgefragt. Um die Erinnerungen zu stimulieren, kamen Gerüche, Bilder und Geräusche zum Einsatz.

Die Interviews zeigten: An Reiseerlebnisse erinnerten sich die Befragten weitaus besser als an alltägliche Begebenheiten. Was es beispielsweise vor drei Tagen zum Abendessen gab, konnten während des Experiments die wenigsten Teilnehmer auf Anhieb beantworten. Ganz anders jedoch sah es aus, als sie zu ihren schönsten Reiseerinnerungen befragt wurden. Diese schilderten die Teilnehmer in einer Detailtiefe, als seien sie gerade gestern aus den Ferien zurückgekehrt. «Reiseerinnerungen nehmen einen herausragenden Platz in unserem Gedächtnis ein», erklärt Neuropsychologe Prof. Dr. Lutz Jäncke, «im Alltag blenden wir viele Informationen um uns herum aus. Zusätzlich sind wir in den Ferien oft in besonders guter Stimmung. Die positiven Emotionen verankern unsere Erinnerungen an den Moment noch tiefer im Gedächtnis.»

Das Experiment zeigte zudem, dass bestimmte Reize das Erinnerungsvermögen zusätzlich stimulieren können. Wird das Gehirn mit sensorischen Trigger-Reizen konfrontiert – sei es Aroma von Curry, Sambaklängen oder landestypische Skulpturen – werden die Erinnerungen besonders tief empfunden. «Der Grund dafür ist, dass Reisen sich uns als multisensorisches Mosaik einprägen», erklärt Jäncke, «deshalb können solche Reize regelrechte Erinnerungsblitze in uns auslösen, die uns prompt zurück in die Ferien versetzen.»

Die grosse Mehrheit der Schweizer, also fast 70% fühlen sich durch Bilder an ihre Reisen erinnert, 47% durch Begegnungen mit Menschen und mehr als 40% aufgrund bestimmter Speisen. Auch das Teilen von Erlebnissen mit anderen bringt Erinnerungen noch stärker an die Oberfläche. Das zeigte sich im Experiment im Rahmen von Paarinterviews, in denen sich die Teilnehmer mit gleichem Reiseziel mittels Impulsfragen zu ihren Reiseerlebnissen austauschten. Mühelos berichteten die Teilnehmer sehr persönlich und detailreich auch von komplexen und sehr weit zurückliegenden Erlebnissen. «Im Gespräch aktivieren wir unsere Erinnerungen, frischen sie auf und sortieren sie neu bewertet in das Gedächtnis ein», so Jäncke weiter.  

(TN)