Flug

cx_zrh2.jpg
Jobstreichungen bei Cathay Pacific in Zürich – der tägliche Flug von Zürich nach Hongkong bleibt aber erhalten. Bild: TN

Cathay Pacific: Grosser Jobabbau in der Schweiz

Die weltweiten Sparmassnahmen des Hongkong-Carriers erreichen jetzt auch die Schweiz. Sechs der 18 Stellen in der Schweiz werden gestrichen.

Bei Cathay Pacific wird in der Schweiz der Rotstift angesetzt. 6 der total 18 Angestellten müssen sich einen neuen Job suchen. Vom Jobabbau betroffen sind unteren anderem Sales & Marketing Manager Andre Gantner und Marketing Communications Officer Gina Fietier, dazu vier weitere Personen, teils auch im Bereich Cargo. Via Linkedin sucht Gina Fietier bereits einen neuen Job. 

Andre Gantner verlässt Cathay Pacific.

Andre Gantner hat am Dienstag, 14. August, seinen letzten Arbeitstag. Er arbeitete seit über 20 Jahren für den Hongkong-Carrier und ist in der Reisebranche als sehr kompetent und korrekt bekannt. In einem Abschiedsmail an die Reisebranchen-Partner bedankt er sich für die stets angenehme Zusammenarbeit und sagt: «Cathay Pacific wird mir immer nahe stehen, auch wenn ich mich jetzt neu orientieren muss.»

Dabei hat der Hongkong-Carrier erst Ende 2015 nach zwölfjähriger Absenz Zürich wieder ins Streckennetz aufgenommen – mit einem täglichen Direktflug von Hongkong nach Zürich. Im April 2018 kam es dann zu einem Wechsel bei Cathay Pacific. Der in Zürich stationierte Schweiz-Chef Brian Tsoi übernahm eine neue Position am Hauptsitz in Hongkong, für die Schweiz zuständig ist seit April Chris van den Hooven, der von Frankfurt aus Deutschland, die Schweiz und Osteuropa leitet. Nun dürften künftig die Sales-, Marketing- und weitere Bereiche von Frankfurt aus geleitet werden.

Das sagt der Schweiz-Chef

Chris van den Hooven, der den Markt Schweiz leitet, sagt auf Anfrage: «Die Airline-Industrie erlebt derzeit finanzielle Herausforderungen und einen Strukturwandel. Derzeit müssen wir unsere operationelle Struktur überdenken». Die «outport structures» würden derzeit Cathay-weit geändert, also die nicht im reinen Flugbetrieb operativen Stellen wie etwa Piloten oder Flight Attendants.

Auf die Zukunft von Cathay Pacific in der Schweiz angesprochen, erklärt van den Hooven: «Die Marketingaktivitäten in der Schweiz bleiben unverändert. Auch der tägliche Flug ab Zürich bleibt erhalten – und wir freuen uns jetzt schon auf die Einführung des neuen A350-100 im nächsten Jahr.»

Cathay Pacific hat zu kämpfen. Im asiatischen Heimmarkt ringt die Airline aus Hongkong mit chinesischen Rivalen und diversen asiatischen Low-Cost-Carriern. Im Mai 2017 übernahm Rupert Hogg den CEO-Posten, um der Airline einen Turnaround zu verpassen – und strich 2017 gleich mal 600 Jobs in Hongkong und versuchte, bei den Piloten-Salären Einsparungen zu erzielen. Ende Juli 2018 wurde bekannt, dass der Rotstift auch bei Auslandstationen angewendet wird. Weltweit sollen gemäss «South China Morning Post» in den nächsten drei Jahren über vier Milliarden Hongkong-Dollar (rund 500 Millionen Franken) mit Jobkürzungen eingespart werden. Zunächst wurden in Japan zahlreiche Jobs gestrichen. Jetzt hat die Reorganisation auch die Schweiz erreicht – als erstes europäisches Land.

(GWA)