Flug

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Die irische City Jet (Bild) und die spanische Air Nostrum machen gemeinsame Sache - und werden damit zu einem neuen Regionalflugriesen. Bild: airlines470

Die Konsolidierungswelle an Europas Himmel geht weiter

City Jet und Air Nostrum verschmelzen zur grössten Regional-Airline Europas.

Im Rahmen der Flugmesse in Farnborough gab es gestern auch eine Meldung, welche ausnahmsweise nichts mit einer Flugzeugbestellung zu tun hat: Die irische City Jet und die spanische Air Nostrum kündigten an, dass sie ihre Flotten und ihren Flugbetrieb unter dem Dach einen gemeinsamen Holdinggesellschaft und über mehrere AOCs vereinen. Die Anteilsverhältnisse werden noch verhandelt und eine Genehmigung durch die Behörden steht noch aus. Doch sollte alles planmässig verlaufen, wird die neue Regionalfluggruppe am Ende über knapp 100 Flugzeuge verfügen und 2600 Mitarbeitende beschäftigen, und einen Umsatz von 700 Millionen Euro anpeilen. Damit wäre das Gespann die neue grösste Regional-Airline Europas.

City Jet hatte letztes Jahr von Scandinavian Airlines (SAS) bereits die Cimber Air übernommen, und fliegt aktuell im Wet-Lease für SAS sowie Air France und Brussels Airlines. Darüber hinaus wird im Codeshare mit KLM auf Routen zwischen Grossbritannien und den Niederlanden geflogen. In der eigenen Flotte zählt City Jet laut «Planespotters» aktuell 23 Bombardier CRJ-900, 11 BAe 146/Avro RJ und 7 Sukhoi Superjet 100, wobei noch vier weitere Flugzeuge (3 CRJ-900 und ein Sukhoi) bestellt sind. Air Nostrum ihrerseits ist vor allem im Wet-Lease für Iberia als «Iberia Regional» in Spanien und Europa unterwegs. Ihre Flotte besteht aus aktuell 46 Flugzeugen: 6 ATR 42/72, 7 Bombardier CRJ-100, 27 Bombardier CRJ-100 (ein zusätzlicher ist bestellt) und 6 Bombardier CRJ-900.

Immer weniger Player am Regionalflughimmel

Im europäischen Regionalflug-Sektor passiert in letzter Zeit ganz schön viel. Vor der Ankündigung der Fusion zwischen Air Nostrum und City Jet gab es ja bereits die vieldiskutierte Übernahme von Laudamotion durch Ryanair; 2017 hatte Qatar Airways 49 Prozent von Meridiana übernommen und diese in Air Italy umgetauft. Darüber hinaus rückten die französische Aigle Azur mit der brasilianischen Azul und der portugiesischen TAP und der chinesischen Hainan Airlines zusammen - via den Investor David Neeleman, dem Mitgründer der bis heute erfolgreichen Airlines WestJet, JetBlue und Azul, sowie der (inzwischen angeschlagenen) chinesischen Investmentgesellschaft HNA.

(JCR)