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Noch schnell was dazubuchen? Geht ganz einfach - und ist für die Airlines ein Riesengeschäft. Bild: Fotolia

«Ancillaries» werden für Airlines immer wichtiger

Eine von CarTrawler gesponserte Analyse zeigt, wie der Umsatz mit den Nebeneinkünften in den letzten Jahren explodiert ist – und bei einigen Airlines längst nicht mehr nur als «Neben-»-Einkunft bezeichnet werden kann.

Jedes Jahr sucht die IdeaWorksCompany für Fluggesellschaften weltweit nach Auskünften über Finanzergebnisse, die als Zusatzumsatz (so genannte «Ancillary Revenue») gelten. Jahresergebnisse, Vorträge für Investoren, Pressemitteilungen über Finanzergebnisse sowie Zitate der Geschäftsführung gelten alle als Quellen in diesem Prozess zur Datenerfassung. Travelnews berichtete bereits im letzten Jahr darüber. Nun liegt der neue, zusammen mit CarTrawler erstellte Bericht «2017 Top-10-Fluggesellschaften – Rangliste nach Zusatzumsätzen» vor. Von den 143 geprüften Fluggesellschaften gaben 72 Zahlen mit Bezug zu Zusatzumsätzen bekannt.

Diesem zufolge generierten die zehn grössten Fluggesellschaften 2007 einen Umsatz mit Ancillaries in Höhe von 2,1 Milliarden US-Dollar. Zehn Jahre später, 2017, wurde dieser Umsatz bereits um das Vierzehnfache übertroffen und erreichte 29,7 Milliarden Dollar.

«Ancillaries» sind nicht nur Gebühren und Bordverkäufe

Die Studie inkludiert in die «Ancillaries» übrigens drei Kategorien und zeigt auf, welche am meisten zum Zusatzumsatz beitragen. Da gibt es einerseits den Umsatz aus Vielfliegerprogrammen, bei denen die Airlines Meilen bzw. Punkte an Programmpartner wie Autovermietungen verkaufen – wobei zum Beispiel Easyjet noch gar kein solches Programm hat. Andererseits gibt es «À-la-Carte»-Angebote, worunter der Verkauf von Getränken, Speisen oder Handelsgütern an Bord oder auch Gebühren für Gepäck oder Sitzplatzreservation gezählt werden. Für viele sind dies die eigentlichen «Ancillaries» - aber eben nicht nur. Ebenso darunter fallen noch Einkünfte aus Reisevermittlungsdiensten, also Kommissionen, unter diese Ancillaries.

«Die Zusatzumsätze steigen immer weiter und sind inzwischen ein unverzichtbarer Bestandteil im Umsatzmix aller Fluggesellschaften», erklärt Michael Cunningham, Senior Vice President of Distribution bei CarTrawler, «die erfolgreichsten Fluggesellschaften sind heute Experten für Reiseservices und bieten auch Buchungen für Hotels, Sehenswürdigkeiten und natürlich Bodentransportlösungen an.»

United verdient am meisten – jedoch nicht prozentual

Das Ranking der Top-Ten-Airlines bei den Nebeneinnahmen 2017 führt United vor Delta, American Airlines und Southwest an. Erst auf Platz fünf erscheint mit Ryanair eine europäische Gesellschaft, gefolgt von Air France-KLM und der Lufthansa Gruppe.

Spannend: Während Southwest fast 80 Prozent ihrer Zusatzumsätze über Vielfliegerprogramme generiert, ist es bei Air France-KLM genau umgekehrt (80 Prozent über À-la-carte und Kommissionen). Easyjet hat wie bereits erwähnt gar 100 Prozent über À-la-carte und Kommissionen.

In Bezug auf den Anteil der «Ancillaries» am Gesamtumsatz liegen indes klassische Low-Cost-Carrier an der Spitze: Spirit Airlines etwa verdient 46,2 Prozent des Umsatzes mit Ancillaries. Bei Ryanair liegt dieser Anteil bei 28,2 Prozent, was für Rang 8 reicht. Ein Europa liegt Wizz Air mit 41,6 Prozent Umsatzanteil an der Spitze. Wow Air erzielte pro Passagier einen Ancillary-Umsatz von 48,87 Dollar.

Die Ergebnisse der Top-10-Fluggesellschaften in drei Kategorien (gesamter Zusatzumsatz, als Prozentsatz des Unternehmensumsatzes und pro Passagier) finden Sie unter diesem Link. Die Ergebnisse aller 72 offenlegenden Fluggesellschaften werden im September 2018 im 11. jährlichen CarTrawler-Jahrbuch der Zusatzumsätze von IdeaWorksCompany veröffentlicht.

(JCR)