Flug

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Die irische Fluglinie Ryanair sieht sich mitten in der Hochsaison streikbereiten Mitarbeitern in ganz Europa gegenüber. Bild: Ryanair

Streik-Theater kurz vor der Hochsaison

Der Ryanair-Flugbetrieb wird heute auf die Probe gestellt, nachdem die Verhandlungen mit den Piloten gescheitert sind. Ab Basel erfolgen heute aber alle Ryanair-Flüge wie geplant.

Der irische Billigflieger streicht wegen des grössten Pilotenstreiks in der Geschichte des Unternehmens am Donnerstag nach neusten Angaben 91 der geplanten 436 Flüge. Betroffen sind vor allem hochfrequentierte Strecken zwischen Ryanairs Heimatflughafen Dublin und London, Birmingham sowie Manchester. Auch Flüge in die irische Hauptstadt fallen aus. Alle Flüge in übrige Länder sollten planmässig starten und landen.

Ausgelöst wurde die Streikoffensive von den irischen Gewerkschaft Forsa und IALPA, welche die Piloten von Ryanair heute Morgen um 1 Uhr Ortszeit nach einer vorausgegangenen Abstimmung von letzter Woche zu einem 24-stündigen Arbeitskampf aufgerufen haben. Damit wollen die Gewerkschaften folgende Forderungen für die Piloten durchsetzen: Höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen. 

Der Low-Coster reagiert nicht nur mit Annullierungen auf die Pilotenstreiks, sondern auch mit Unverständnis: «Wir bedauern den Streik für unsere Kunden sehr und setzen alles daran, um die damit verbundenen Probleme schnellstmöglich zu beheben», heisst es in einem auf Twitter verbreiteten Statement.

Die Gewerkschaft Forsa kontert in einem Schreiben an ihre Mitglieder, dass «wir keinerlei Anzeichen seitens der Ryanair-Geschäftsführung gesehen haben, um sinnvolle Verhandlungen über die Probleme des Unternehmens zu führen». Das neuerliche Angebot Ryanairs sei «weit hinter dem zurück, was erforderlich ist, um eine Einigung zu erzielen». Auf Seiten von IALPA ist zu entnehmen: «Die Offerte Ryanairs ist nichts weiter als der Versuch, den Streik abzuwenden.»

Bei der heutigen Arbeitsverweigerung der irischen Piloten dürfte es nicht bleiben. Auch die Ryanair-Piloten in Deutschland sollen über einen Streik abstimmen. Mit dem Ergebnis wird bis Ende Juli gerechnet. Am 25. und 26. Juli wollen ausserdem in Spanien, Portugal, Belgien und Italien die Ryanair-Flugbegleiter die Arbeit niederlegen.

Ryanair-Gäste werden gebeten, sich vor Reiseantritt auf der Website der Airline über den Status ihres Fluges zu informieren. Fluggäste, die entsprechende Kontaktdaten hinterlegt haben, werden aktiv per SMS oder E-Mail über allfällige Änderungen informiert.

Der Blick auf die Abflugstafel am Euroairport in Basel zeigt für heute keine Auswirkungen: der Dublin-Flug hob um 10.50 Uhr mit fünfminütiger Verspätung ab, der London-Stansted-Flug ist für 16.20 Uhr geplant.

(YEB)