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In Genf wird möglicherweise demnächst gestreikt... Bild: TN

Ab dem 23. Juli streiken zahlreiche Schweizer Fluglotsen

Aufgrund eines Streits zwischen Skyguide und Skycontrol wollen die Lotsen in Genf, Bern, Sitten, Grenchen, Emmen und Lugano mitten in der Ferienzeit streiken. Es ist rund um dieses Datum mit Verspätungen und Flugausfällen zu rechnen.

Ferienreisende müssen sich übernächste Woche auf Probleme im Schweizer Luftverkehr einstellen: Am 23. Juli hat Skycontrol einen mehrtägigen Streik in Aussicht gestellt. Skycontrol ist die Gewerkschaft, in welcher die Fluglotsen der Flughäfen Genf, Bern, Sitten, Grenchen und Emmen organisiert sind und die aktuell 196 Mitglieder zählt.

Hintergrund der Streikankündigung ist die Ablehnung eines jüngst durch Skyguide vorgelegten Gesamtarbeitsvertrags durch Skycontrol. Skyguide hat parallel dazu gemeldet, dass sie sich mit drei anderen Fluglotsen-Personalverbänden vor der Schlichtungsstelle des Kantons Genf auf einen neuen GAV geeinigt habe und dieser heute Dienstagmittag unterzeichnet worden sei. In Zürich wird also nicht gestreikt - dennoch könnte der Streik, sofern dieser durchgezogen wird, für den ganzen Schweizer Luftraum Konsequenzen haben.

Geplant ist, dass am 23. Juli morgens während vier Stunden gestreikt wird, danach am 24. Juli während acht Stunden und am 25. Juli den ganzen Tag, also von 06.00 bis 23.30 Uhr. Es wird gedroht, dass bei ausbleibender Reaktion durch Skyguide der Streik noch darüber hinaus fortgesetzt wird. Betroffen dürften bis zu 50 Flüge ab/zu den genannten Flughäfen sowie bis zu 3500 Überflüge über die Schweiz sein.

Gegenüber der Genfer Zeitung «Le Temps» erklärt Skycontrol-Präsident Maximilien Turrettini, dass man den Streik nur als letzte Lösung betrachtet habe. Man sei seit über eineinhalb Jahren ohne GAV; mehrere Verhandlungen seien gescheitert, auch eine Mediation. Der jetzt vorgelegte GAV sei von den eigenen Mitgliedern zu 77 Prozent abgelehnt worden. Wichtigster Punkt sei die Ruhetag-Regelung: Aktuell komme es aufgrund fehlenden Personals oft dazu, dass sechs Tage am Stück und nach einem Ruhetag nochmals fünf Tage am Stück gearbeitet werde. Gefordert werden 125 garantierte Ruhetage pro Jahr. Darüber hinaus wird ab 2017 für drei Jahre eine jährliche Lohnerhöhung von 1,8 Prozent gefordert, oder aber noch mehr Ruhetage. Dazu wird ein Moratorium bei den Krankenkassen-Bestimmungen bis 2020 gefordert.

Skyguide hat kein Verständnis für das Vorgehen von Skycontrol, welche die Verhandlungen über einen GAV als einzige Gewerkschaft bereits nach kurzer Zeit verlassen habe. Die Flugsicherungsgesellschaft verurteilt die geplante Arbeitsniederlegung als «ungerechtfertigt und verantwortungslos».

(JCR)