Flug

ZRH_MatthiasRhomberg.jpg
Auch die Schweizer Flughäfen schauen optimistisch in die nahe Zukunft. Bild: Flughafen Zürich/Matthias Rhomberg

Durchstarten bei den Flughäfen

Die grossen Schweizer Flughäfen starten zuversichtlich ins neue Jahr. Es wird zwar viel über Konsolidierung in der Luftfahrt gesprochen – gibt es in Bezug auf die Gesamtkapazität weiterhin vor allem Wachstum zu vermelden.

In den kommenden 12 Monaten müssen sich die Flughäfen in der Schweiz und weltweit gewichtigen Herausforderungen stellen. Welche Technologien braucht es, um gleichzeitig das Kundenerlebnis und die operative Effizienz zu steigern? Wie kann man neue Airline-Partner gewinnen? Wie ist politischen Gegebenheiten und Klagen um Lärm zu begegnen? Und inwiefern ist die Konsolidierung in der Luftfahrt ein Problem?

Travelnews hat sich bei den grossen Landesflughäfen (in der deutschsprachigen Schweiz) etwas umgehört hinsichtlich der Erwartungen für 2018.

EuroAirport stösst an Grenzen

Der EuroAirport Basel rechnet aufgrund der Stationierung von zwei weiteren Easyjet-Flugzeugen ab Juni/Juli sowie neuen Destinationen und mehr Frequenzen auf bestehenden Strecken ganz klar mit Passagierwachstum. Zu den neuen Destinationen im kommenden Sommer zählen etwa  Athen (mit Aegean Air), Budapest und Breslau (mit Wizz Air) sowie neue Charterprogramme.

Doch das Wachstum hat auch seine Schattenseiten: «Durch das steigende Passagieraufkommen kommt es in den Spitzenzeiten zu Engpässen im Terminalgebäude», hält Sprecherin Vivienne Gaskell fest, «eine wichtige Herausforderung wird deswegen sein, die bestehende Kapazität der Terminalinfrastrukturen auf die Passagiernachfrage anzupassen und die Servicequalität zu verbessern.»

Gaskell erinnert überdies daran, dass im zweiten Semester die zweite «Mitwirkungsphase» des neuen Bahnanschlusses an den EuroAirport erfolgt: Alle wichtigen Stakeholder in Frankreich, der Schweiz und Deutschland erhalten bei dieser Gelegenheit die Möglichkeit, sich über die laufenden Planungen zu informieren und ihre Stellungnahmen abzugeben. Präsentiert werden das Zugangebot, die Streckenführung und die Eingliederung des Bahnhofs in das Flughafengebäude. Das 4,6 Millionen Euro teure Vorprojekt wird aber auch eine Umweltverträglichkeitsstudie sowie Verkehrs- und Kostenfragen beinhalten. Der längst überfällige Bahnanschluss an den EuroAirport ist allerdings noch in weiter Ferne – man rechnet mit dem Jahr 2035. Das Wachstum bei den lokalen Passagieren muss bis dahin betreffend der An- und Abreise vom Flughafen noch mit herkömmlichen Mitteln bewältigt werden.

Bild: Stephane333

Zahlreiche parallele Projekte in Zürich

Platzhirsch Zürich, der am ehesten von epochalen Pleiten wie jener von Air Berlin betroffen ist, bleibt entspannt. Sonja Zöchling, Sprecherin des Flughafens Zürich, erklärt: «Wir gehen von einem weiterhin robusten Reiseverhalten aus.»

Zürich hat schon seit langem viele Projekte am laufen, welche für ein kontinuierlich robustes Geschäft sorgen. Meilensteine im kommenden Jahr sind hierbei der Bau der neuen Gepäcksortieranlage in der Zone A - die heutige Anlage ist in die Jahre gekommen und muss ersetzt werden. Laut Zöchling ist dies aber auch eine grosse Herausforderung: «Strengere Sicherheitsbestimmungen, die neue Röntgengeräte erfordern, aber auch die stetig wachsende Zahl von Passagieren tragen dazu bei, dass am Flughafen Zürich eine grössere, mit der neusten Technik ausgerüstete Gepäcksortieranlage entsteht.» Weiter werden am Flughafen Zürich die Standplätze und Schnellabrollwege ebenso wie die landseitigen Passagierflächen erweitert.

Wichtigste Aufgaben des Flughafens im kommenden Jahr sind laut Zöchling nebst der Sicherstellung einer weiterhin hohen Qualität im Passagierbetrieb «die laufende Optimierung des Flugbetriebs bei zunehmenden Kapazitätsengpässen». Was das Grossprojekt «The Circle» angeht, so nehme diese Dienstleistungsplattform immer mehr Gestalt an, «sowohl was den Bau als auch den Mietermix betrifft», wie Zöchling erklärt.

Bild: EGuide

Wichtige Meilensteine in Bern

Auch in Bern ist man zuversichtlich: «Auf Basis der publizierten Flugpläne von Helvetic Airways und Skywork Airlines, mit neuen Destinationen wie Brac und Jerez und zusätzlichen Frequenzen etwa nach Palma de Mallorca, rechnen wir gegenüber dem Vorjahr mit leicht positivem Wachstum», erklärt José Gonzalez (Business Development & Key Account Manager).

Wichtige Meilensteine im kommenden Jahr sind laut Gonzalez die erwartete Plangenehmigung für einen satellitenbasierten Anflug auf Piste 32 sowie die weitere Planung der 4. Ausbauetappe sowie eines Business Aviation Centers. All diese sind eminent wichtige Pfeiler in der Zukunftsstrategie des Flughafens, welche eine nachhaltige Stärkung der Business & General Aviation vorsieht. Die Erhaltung oder sogar Steigerung des Passagiervolumens sei durch das Engagement von Helvetic Airways und Skywork Airlines gegeben.

Bild: Lorenz Walthert

(JCR)