Flug

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Nachdem Powdair bereits Pressebilder einer Embraer in Skywork-Bemalung verschickt hatte, muss man nun über die Bücher: Vorerst kommt eine CRJ200 von Backbone. Bild: Screenshot Backbone.aero

Powdair setzt jetzt auf einen dänischen Partner

Ab Sitten soll im Dezember jetzt mit 50-plätzigen CRJ200 geflogen werden. Vorläufig sind Flüge für die Powdair-Routen noch auf der Powdair-Webseite sowie bei Skywork buchbar.

Neue Wendung bei Powdair: Die in Irland beheimatete «Airline», welche ab Dezember Flüge ab Sitten zu acht Zielen in Nordeuropa anbieten will, hat einen neuen Partner präsentiert. Da Powdair selber noch über kein AOC verfügt, muss sie ja einen Partner haben, der in ihrem Auftrag die Flüge durchführt. Nach neusten Informationen ist dies nun die dänische Gesellschaft Backbone Aviation, welche Powdair zwei Bombardier CRJ200 Regionaljets zur Verfügung stellen wird.

Diese Flugzeuge verfügen über 50 Sitze. Damit hat Powdair das geplante Angebot deutlich nach unten korrigiert: Ursprünglich sollte die kroatische Trade Air eine Fokker 100 mit 100 Plätzen zur Verfügung stellen, später war die Rede von einem Leasing eines Airbus A319 mit 124 Plätzen bei einem nicht genannten Partner. Im Gespräch war Powdair auch mit der in Bern beheimateten Skywork; mit Embraer170 wäre man irgendwo in der Range zwischen 66 und und 72 Sitzen gewesen. Diese Gespräche führten jedoch nicht zu einer Partnerschaft.

Frisches Geld bringt das Geschäft vorwärts

Mit dem kleineren Flugzeugtyp soll es nun also klappen. Der Vorverkauf läuft und laut Powdair-Sprecher Rob Stewart sind die Ticketverkäufe bislang «über den Erwartungen» und gewisse Spitzendaten seien bereits ausverkauft. Vorteile biete man mit dem flexiblen Flugplan und dem guten Preis-/Leistungsverhältnis, wobei sich Powdair nicht als Low-Cost-Carrier versteht. Die Flüge sind auf der Webseite von Powdair bereits buchbar.

Suzette Knudsgaard, die CEO von Backbone Aviation, freut sich einmal über die neue Partnerschaft und darauf, bald Sitten anzufliegen. Die 2011 gegründete Backbone Aviation hatte erst im Juni von der kanadischen Voyageur Airways eine CRJ200 im Wet-Lease übernommen, wie das Portal CH-Aviation meldet.

Dass es jetzt vorwärts geht, hat damit zu tun, dass Powdair kürzlich frisches Investment in der Höhe von 4,5 Millionen Pfund sichern konnte. Wer die Investoren sind, wird nicht bekannt gegeben. Was jedoch klar ist: Mit dem Geld will man sich nun ein eigenes, irisches AOC sichern, um bereits ab dem Winter 2018/2019 mit eigenen Flugzeugen unterwegs sein zu können. Dann seien auch Flüge ab Sion nach Dublin denkbar. Dass die britischen Unternehmer übrigens Dublin als Firmensitz auswählten, habe ganz klar mit dem Brexit zu tun.

Die Flugzeiten sind noch wacklig

Was ein seltsames Bild auf die Sache wirft: Skywork bietet auf ihrer Webseite die Flüge ab Sion zu diversen Powdair-Zielen weiterhin an. Als Travelnews.ch telefonisch beim Flughafen Sion nachfragen will, ob Powdair bzw. Backbone Slots reserviert habe, wird man schroff mit dem Hinweis abgewimmelt, dass man sich an Powdair wenden solle. Eine folgende E-Mail-Anfrage bleibt unbeantwortet. Nun denn, Folgendes sagt Powdair-Sprecher Stewart: «Sion ist kein Slot-regulierter Flughafen. Es wurde mit Skywork diskutiert, dass – sofern es nicht zu einer Zusammenarbeit mit Powdair kommt – Skywork die Flugangebote auf den Powdair-Routen bis zum 14. August ab ihrer Webseite entfernt.  Sollte dies nicht geschehen, kann Skywork in Rücksprache mit dem Flughafen Sitten andere Flugzeiten wählen.» Fortsetzung folgt bestimmt.

(JCR)