Flug

An Flughäfen, wo es so schon heiss ist, wie etwa in Dubai (Bild), könnten Hitzewellen zu speziellen Problemen im Luftverkehr führen. Bild: Emirates

Der Klimawandel führt auch zu einem Luftfahrt-Wandel

Eine Studie an der US-Eliteuniversität Columbia hat die Auswirkung steigender Temperaturen auf den Flugbetrieb untersucht. Dies, nachdem es bereits in diesem Sommer zu Vorfällen kam.

Vor wenigen Wochen erlebte der US-Bundesstaat Arizona eine Hitzewelle. Man ist sich in Phoenix zwar einiges gewohnt, doch dieses Mal erreichten die Temperaturen ungeahnte Sphären: Am 20. Juni wurden 47 Grad gemessen, sogar nachts blieb mancherorts die Temperatur bei 39 Grad stehen.

Warum ist das erwähnenswert? Weil zahlreiche Flüge am Flughafen von Phoenix durch die Hitze gegroundet wurden. American und Delta mussten erklären, weshalb Dutzende Flüge am Boden bleiben mussten: Weil einige Flugzeuge ab einer gewissen Aussentemperatur schlicht aus Sicherheitsgründen nicht mehr betrieben werden dürfen. Es war übrigens bereits das vierte Jahr seit 1990, in welchem Flüge in Phoenix an mehreren Tagen und allein wegen der Hitze annulliert wurden.

Passagiere müssen aussteigen, damit man abfliegen kann

Eine an der Columbia University in New York durchgeführte Studie ist nun zum Schluss gekommen, dass solche Fälle aufgrund der globalen Erderwärmung häufiger vorkommen werden, was die Luftfahrtindustrie zu Neuerungen zwingen wird.

Grundsätzlich liegt das Problem darin, dass sich Luft ausdehnt, je wärmer sie wird. Ist die Luft zu dünn, wird beim Start nicht genügend Auftrieb produziert. Für Airlines gibt es dann nur zwei Lösungen: Entweder muss man Treibstoff, Cargo oder Passagiere abladen, um dank leichterem Gewicht doch noch starten zu können – oder man muss auf kühlere Abendtemperaturen warten. Eine dritte Lösung wäre das Vorwegnehmen dieser Probleme, indem man von Beginn weg weniger Gewicht zulässt, oder die Flugzeuge noch leichter baut. Nur: Alle diese Lösungen bedeuten Mehrkosten für die Airline, und damit letztlich auch für die Passagiere.

Das Problem sind laut der Studie noch nicht mal die Durchschnittstemperaturen, welche seit 1980 global um 1 Grad zugelegt haben und bis 2100 um weitere 3 Grad zulegen könnten. Es geht um das nachweisbar häufigere Auftreten von extremen Hitzewellen. Diese können Flüge über ganze Regionen hinweg  lahmlegen und so kostspielige Kaskadeneffekte im Luftverkehr auslösen.

Auf die Airlines kommen sicher Kosten zu

Besonders ausgesetzt sind natürlich Flughäfen in Gebieten, wo schon die Grundtemperatur sehr warm ist, wie eben Phoenix, aber auch in der Golfregion oder in anderen Städten in «heissen» Gebieten. Laut der Studie wird es aufgrund von Temperaturproblemen schon bald öfter vorkommen, dass Flugzeuge ihr Startgewicht um rund 4 Prozent reduzieren müssen – bei einem 160-plätzigen Flugzeug müssten somit etwa 12 Passagiere mitsamt Gepäck wieder aussteigen. Eine andere Lösung ist, die Runways zu verlängern, um dank längerem Anlauf mehr Auftrieb zu generieren. Das ist aber an vielen Flughäfen nicht möglich.

Probleme gibt es aber nicht nur beim Start am Boden, sondern auch in der Luft: Die wärmeren Luftmassen werden künftig zu mehr und heftigeren Turbulenzen führen, wie andere Studien längst belegt haben. Was unter dem Strich also klar ist: Airlines und Flughäfen müssen sich vermehrt auf extreme Wettersituationen einstellen, und somit auf höhere Kosten. 

Den kompletten, im «Climatic Journal» publizierten Studienbericht kann man unter diesem Link nachlesen.

(JCR)