Flug

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Nicht mehr nur Point-to-Point, sondern auch Verbindungsflüge: Bei Ryanair findet gerade eine Revolution statt. Bild: Pixabay

Ryanair mutiert zur Hub-Airline

Seit gestern Mittwoch können in Rom erstmals Verbindungsflüge gebucht werden. Falls der Test erfolgreich verläuft, wird das Modell europaweit angewendet.

Eine der bisherigen Säulen des Erfolgs der irischen Low-Cost-Fluggesellschaft Ryanair war das Anbieten von reinen Point-to-Point-Flügen, also hin und zurück, fertig. Da man keine Verbindungen anbot, konnte die Turnaround-Time an den Flughäfen stets niedrig gehalten werden, und damit die Kosten auch. Allerdings sah Ryanair ein, dass man nicht alle Städtepaare mit einem eigenen Flug anbieten kann. Deshalb wurde Anfang April kommuniziert, dass man Verbindungsflüge aufnehmen würde. Erste Tests hierzu hatten allerdings schon im letzten Jahr stattgefunden.

Gestern, am 17. Mai, war es nun soweit und erste Verbindungsflüge wurden angeboten: Als «Test-Hub» fungiert der Flughafen Rom-Fiumicino. Ryanair-Passagiere können jetzt ab/nach Rom Verbindungsflüge auf Routen  ab/nach Alicante, Barcelona, Bari, Brüssel, Catania, Comiso (Sizilien), Malta oder Palermo buchen. Wie bei regulären Linienfluggesellschaften wird das Gepäck bis ans Endziel befördert und es gibt nur ein Ticket bzw. eine Buchung für die ganze Flugstrecke. Laut Ryanair wird das Hub-Modell auf ganz Europa ausgeweitet, falls die «Live-Tests» in Rom erfolgreich verlaufen.

Ryanair führt überdies Verhandlungen über Feederflüge, primär mit den Fluggesellschaften der IAG Group (Aer Lingus, British Airways, Iberia und Vueling) sowie mit Norwegian. Ryanair-CMO liess allerdings durchblicken, dass man auch mit Lufthansa und Air France-KLM im Gespräch sei.

Es wird zwar viel über die Angleichung zwischen Low-Costern und Linienfluggesellschaften diskutiert. Doch hier öffnet sich eine ganz neue Welt, wo klassische Linienfluggesellschaften möglicherweise auch mit der ungeliebten Low-Cost-Konkurrenz kooperieren.

(TN)