Flug

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Roland Busch (CFO), Thomas Klühr (CEO) und Markus Binkert (CCO) von links nach rechts.

«Der Schweizer Markt ist zu klein für einen A380»

Die Swiss informierte am Donnerstag nicht nur über die Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres, sondern gab auch einen Ausblick für dieses und nächstes Jahr.

Die Swiss lud zur Jahrespressekonferenz im sich aktuell im Umbau befindenden Hauptsitz  in Zürich-Kloten ein. Nebst dem finanziellen Ergebnis des vergangenen Geschäftsjahrs wurden auch weitere Neuerungen bekanntgegeben.

Gleich zu Beginn betonte Thomas Klühr, der dritte Deutsche CEO der Swiss seit der Übernahme durch die Lufthansa: «Die Swiss bleibt Swiss.» Man setze auf Schweizer Produkte am Boden wie auch in der Luft, so gebe es Quöllfrischbier und Frey-Schokolade. Dinge, die der Kunde an Bord erwarte und der Airline als Identifizierungsmerkmal diene. Doch Klühr weist auch auf die Wichtigkeit der genutzten Synergien innerhalb der Lufthansagruppe hin. Die Swiss profitierte seit 2005 bis heute von bislang 37 hinzugekommenen Destinationen und einem Zuwachs von 7.5 Millionen Passagiere. Die Anzahl Festanstellungen stieg um 25 Prozent (+1900 Festangestellte). Insgesamt sind derzeit 9‘101 Personen bei der Swiss beschäftigt, davon stammen 70 Prozent aus der Schweiz.

Besonders erfreulich: Bis Ende 2018 schafft die Airline weitere 550 neue Arbeitsplätze. Dies ist vor allem dank dem Ausbau der Flotte möglich. Die Rekrutierungen für neues Kabinenpersonal würden hervorragend laufen. Zum Casting Ende Februar seien über 150 Bewerber erschienen und auch die nächsten Kurse bis Mai seien bereits ausgebucht. Aber auch am Boden werden neue Arbeitsplätze geschaffen, so ist für die in Zürich stattfindende Entwicklung der neuen Buchungsplattform der Lufthansagruppe mehr Manpower gefragt.

Die Bordunterhaltungssysteme werden in allen Maschinen erneuert

Kräftig investiert wurde in die Modernisierung der Flotte: Total sechs Milliarden Schweizer Franken fallen hier an. Ende 2018 wird das durchschnittliche Flottenalter statt der heutigen 12.5 Jahren nur noch 8.5 Jahre betragen. Im Betrieb sind derzeit sieben Boeing 777, die achte Triple Seven kommt im April und zwei weitere kommen im Jahr 2018 dazu. Bereits wurden sechs Destinationen an 33 Flughäfen angeflogen, alleine nach Hongkong ging es über 300-mal. Insgesamt verzeichnen die Boeing 777 damit schon mehr als  26‘000 Flugstunden.

Auch die aktuell sechs im Einsatz stehenden Bombardier C-Series wurden von den Kunden gut angenommen und haben bereits über 5000 Flugstunden absolviert. Bis Ende 2020 sollen alle der 30 bestellten C-Series eingetroffen sein.  

Doch auch an die anderen Flugzeuge wird gedacht: So werden nicht nur die Kabinen der fünf verbleibenden Airbus A340 komplett umgebaut, sondern auch die Bordunterhaltungssysteme sollen in allen Flugzeugtypen erneuert werden.

700 Liter Whiskey wurden in der Lounge im Dok E ausgeschenkt

Nach der neuen Lounge im Dok E, an deren Bar bereits 700 Liter Whiskey ausgeschenkt wurden, was in etwas sechs Badewannen entspricht, wird auch im Check-in 1 eine neue First Class Lounge erstellt. Diese wird allerdings keine Whiskey-, sondern eine Grappabar erhalten – zur Auswahl sollen 100 verschiedenen Grappasorten stehen.  Auch die bestehenden Lounges werden komplett erneuert, gesamthaft werden hierzu 15 Millionen Franken aufgewendet.

Sorgen bereitet der Swiss nach wie vor die Konkurrenz aus den Golfstaaten. «Der Wettbewerb ist extrem, vor diesem Hintergrund können wir mit dem erzielten Jahresergebnis sehr zufrieden sein», sagt Roland Bosch, CFO Swiss. Auch wenn man gerade zu Beginn des letzten Jahres vom tiefen Ölpreis profitiert hätte, verzeichnete man vor drei Jahren noch um 20 Prozent höhere durchschnittliche Ticketpreise. Der Passagier bezahlte im letzten Jahr 8.97 Rappen pro geflogenen Sitzkilometer, im Jahr 2015 waren es noch 9.65 Rappen gewesen.

Die Swiss wird auch künftig nicht auf den A380 setzen

Im Videointerview mit travelnews.ch erzählt Chief Commercial Officer Markus Binkert, was mögliche Langstreckenziele sein könnten, ob die Bombardier C-Series 300 auch nach Zürich kommen wird und warum die Swiss keinen Airbus A380 will. 

(LVE)