Flug

Übermüdete Piloten: Langsam ein Sicherheitsproblem? Bild: AdobeStock/TN

Die Angst vor übermüdeten Piloten steigt

Zwei ITA-Piloten schliefen kürzlich während einem Interkontinentalflug gleichzeitig ein. Die Sorge der Piloten steigt - doch Airline-Chefs wie Jozsef Varadi von Wizz Air spielen die Gefahr herunter.

Riesige Nachfrage, hohe Frequenzen, aber wenig Personal: Das sorgt in der Luftfahrt derzeit für Ärger - und vor allem für übermüdetes Personal (Travelnews berichtete). Nicht nur Flight Attendants klagen über Müdigkeit und Stress, sondern zunehmend auch Piloten.

Für Aufsehen sorgt derzeit ein Fall von zwei Piloten der ITA Airways, welche auf einem Flug von Rom nach New York jüngst gleichzeitig einschliefen. Das Flugzeug war mindestens 10 Minuten lang lediglich per Autopilot unterwegs; keiner der beiden Piloten reagierte auf Funkanfragen. Der Vorfall ereignete sich über französischem Boden; den 250 Passagieren an Bord des A330 passierte zwar nichts, doch der Vorfall wird nun untersucht und könnte Konsequenzen haben.

Viele Piloten ersuchen aktuell um Entlastung, doch der Personalmangel bei Airlines bleibt ein Problem. Für Empörung sorgt nun umso mehr die Stellungnahme von Jozsef Varadi, dem CEO der rasch wachsenden Low-Cost-Airline Wizz Air, welcher die Bedenken der Piloten kurzerhand beiseite wischt.

«Wir können dieses Business nicht betreiben, wenn sich jede fünfte Person an einer Basis wegen Müdigkeit krankmeldet - wir sind alle müde, aber manchmal müssen wir eben die Extrameile gehen», sagt der Airline-Chef im Video. Die Gründe dafür sind klar: Flugausfälle schaden der Wirtschaftlichkeit von Airlines und sorgen auch für ein Imageproblem. Doch was, wenn wegen komplett übermüdeter Piloten oder Crews ein Sicherheitsproblem besteht? Dann wäre doch der wirtschaftliche und imagemässige Schaden - etwa im Falle eines Unfalls - um ein Vielfaches grösser, nicht?

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(JCR)