Flug

NigerianAirline.jpg
Nigerianische Airlines drohten mit einem Streik aus Protest gegen die explodierenden Treibstoffpreise. Bild: adobestock

Hoher Treibstoffpreis treibt erste Airlines Richtung Abgrund

Aufgrund des Ukraine-Kriegs sind in Nigeria die Treibstoffpreise explodiert. Die Airline Operators of Nigeria drohten bereits mit einem nationalen Streik. Jetzt hoffen die Airlines auf Subventionen.

Nachdem sich der Treibstoffpreis dieses Jahr bereits fast vervierfacht hätte, drohten nigerianische Fluggesellschaften laut BBC vergangenen Freitag damit, aus Protest ab Montag, 9. Mai 2022, alle nationalen Flüge auszusetzen. Aktuell kostet ein Liter 700 Naira (1,69 Dollar). «Keine Airline der Welt kann diesen plötzlichen Schock von solch einem astronomischen Anstieg in so kurzer Zeit verkraften», heisst es in einem Statement der Airline Operators of Nigeria (AON), die Nigerias neun nationale Fluggesellschaften repräsentiert.

Aufgrund des grossen Drucks der Regierung, Verbraucherschützern und Kunden hat AON den geplanten Protest nur Stunden vor der Umsetzung abgesagt. Die neun Airlines standen laut Reuters nicht geschlossen hinter dem geplanten Protest. Ibom Air teilte mit, dass Passagiere bereits für Flüge gezahlt hätten und die Airline ihren Verpflichtungen nachkommen wolle. Auch Dana Air veröffetlichte ein Statement. In diesem hiess es, man stünde zwar hinter all den von AON veröffentlichten Aussagen, werde aber nicht an dem Protest teilnehmen.

Ticketpreise auf manchen Routen fast drei mal so teuer

Hauptgrund für den Preisanstieg sei der Einmarsch der Russen in die Ukraine Ende Februar und damit einhergehende internationale Sanktionen. Laut AON hätten die Airliens in den vergangenen vier Monaten bereits ihren Service selbst subventionieren müssen.

Aufgrund eines Treibstoffmangels habe es seit März viele Flugannullierungen und Verspätungen gegeben. Auch die Ticketpreise seien in den vergangenen Wochen bei manchen Routen um das Dreifache angestiegen. Nigerianische Passagiere zahlen die Tickets in der lokalen Währung Naira, die an Wert verloren hat. Die Treibstofflieferanten wiederum müssen in US-Dollar bezahlt werden. Obwohl Nigeria Afrikas grösster Ölproduzent ist, importiert das Land fast den gesamten Bedarf an Flugzeugtreibstoff.

AON hat die Regierung, Abgeordnete, die staatlichen Ölgesellschaft und der Vereinigung der Ölverkäufer gebeten, etwas zu unternehmen, um die Kosten zu senken. Die Preiserhöhungen könne man nicht eins zu eins an die Passagiere weitergeben, diese hätten laut AON «bereits genug Schwierigkeiten».

Die staatlichen Ölfirma NNPC will Treibstoff zur Verfügung stellen

Laut Reuters haben der Chef der staatlichen Ölfirma NNPC und der Notenbankgouverneur dem Nationalrat und der AON am Montag mitgeteilt, dass sie nicht helfen könnten. NNPC will jedoch Treibstoff zur Verfügung stellen, dass von AON ausgewählte Händler erhalten sollen. AON selbst will sich um eine Importlizenz für Flugzeugtreibstoff bewerben, sagt der Sprecher des Repräsentantenhauses Femi Gbajabiamila.

«Der einzige Weg, wie wir die Preise für Flugzeugtreibstoff in Ordnung bringen können, ist eine Subventionierung», sagte NNPC Chef Mele Kyari. Laut AON Angaben habe NNPC jedoch ein früheres Versprechen nicht eingehalten, laut dem sie Treibstoff mit 500 Naira (1,21 Dollar) pro Liter subventionieren wollten. «NNPC teilte uns mit, der Präsident [Muhammadu Buhari] hätte 25'000 metrische Tonnen für die Airlines genehmigt, aber wir haben sie nie erhalten», sagt Allen Onyeama, Vizepräsident von AON und Vorsitzender von Air Peace.

(ISR)