Flug

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Damit die Pilotinnen und Piloten die Flugzeuge auch bei Nebel sicher landen können, stehen ihnen diverse Hilfsmittel zur Verfügung. Bild: Freddie

Gute Frage Wie landen Piloten eigentlich bei dickem Nebel?

Von Nina Wild

Nur wenige Meter Sicht in der Nebelsuppe bei der Landung und trotzdem bringen Pilotinnen und Piloten die Maschine sicher zu Boden. Wie machen sie das? Wir haben bei der Swiss nachgefragt.

Von der Sonne zurück in die Schweizer Nebelsuppe, hiess es kürzlich für die Autorin dieses Artikels. Eigentlich nichts ungewöhnliches für diese Jahreszeit. Etwa eine halbe Stunde bevor die Maschine in der Schweiz am EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg den Boden berühren sollte, erklang eine Durchsage: «Liebe Passagiere, wir werden in Kürze den Sinkflug zum EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg starten. Aufgrund des dicken Nebels bitten wir Sie, alle ihre elektronischen Geräte komplett auszuschalten. Danke für ihre Zusammenarbeit.»

Diese Landung war ziemlich spektakulär, da man absolut Nichts gesehen hat durch den dicken Nebel. Als das Flugzeug schliesslich sicher auf der Landepiste aufkam, folgte die Erleichterung und der Applaus von den Mitfliegenden. Wir haben uns gefragt: Wie machen das die Pilotinnen und Piloten? Weshalb mussten wir die elektronischen Geräte ausschalten? Und was kann eigentlich schlimmstenfalls passieren, wenn sich die Passagiere nicht daran halten?

Zahlreiche technische Hilfsmittel

Die Pilotinnen und Piloten haben keine andere Wahl, als bei diesen Wetterverhältnissen auf die Technik zu vertrauen. Es gibt diverse Hilfsmittel: Das Instrument Landing System (ILS), Flight Mode Annunciator (FMA), Höhenmesser, Radiohöhenmesser, akustische Höhenangaben sowie akustische und visuelle Warnungen. Zudem muss die Bodeninfrastruktur sehr hohe Anforderungen erfüllen, um eine Landung bei dichtem Nebel zu ermöglichen, unter anderem ILS Qualität, Pistenbeleuchtung etc..

Swiss-Mediensprecherin Karin Müller hat bei einem technischen Piloten der Airline nachgefragt und führt ausserdem an: «Bei sehr dickem Nebel mit Sichtweiten von unter 550 Metern muss das Flugzeug mit dem Autopiloten gelandet werden. Die Aufgabe der Pilotinnen und Piloten ist dabei die Überwachung des Systems und des Flugwegs nach Instrumenten. Auf einer definierten Höhe muss er/sie dann die Piste sehen können, damit die instrumentenbasierte Landung erfolgen darf, ansonsten muss ein Durchstart eingeleitet werden. Damit die Swiss-Flugkapitäne für den Ernstfall gerüstet sind, müssen sie die «Low visibility procedures» zudem regelmässig im Simulator üben.

Wenn der Flugmodus nicht reicht

Wir haben nachgehakt, wieso die Passagiere gebeten wurden, die elektronischen Geräte auszuschalten (wir waren jedoch nicht auf einem Flug mit der Swiss unterwegs). Müller erklärt: «Es handelt sich dabei um eine reine Vorsichtsmassnahme, um eine Beeinflussung der Landesysteme durch elektronische Geräte (PED) auszuschliessen. Bei Swiss sind jedoch alle unsere Flugzeuge als ‹PED tolerant› zertifiziert, das heisst, dass keine solche Beeinflussung möglich ist.»

Ganz egal, ob Passagiere das Handy und die elektronischen Geräte ausschalten müssen oder nicht - eine Landung bei dickem Nebel ohne Sicht bleibt en spektakuläres Erlebnis. Das empfinden im übrigen auch die Pilotinnen und Piloten so: «Landungen bei dickem Nebel sind sehr eindrücklich, weil die Piste erst sichtbar wird, wenn man schon fast gelandet ist. Man sieht je nach Situation nur die sogenannten Touchdown Zone Lights kurz vor der Landung, die sich genau dort befinden, wo man aufsetzt. Auch das Ausrollen auf der Piste ist eindrücklich, da bei der Landung die Geschwindigkeit noch immer über 250 km/h ist», sagt der besagte technische Pilot der Swiss abschliessend.