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Die ultimative Impfaufforderung findet Zustimmung

Sowohl die Pilotenvereinigung Aeropers wie auch 56 Prozent der Travelnews-Leserinnen und - Leser sind damit einverstanden, dass die Swiss von ihren Mitarbeitenden den Piks einfordert, um den Job zu behalten.

Dass die Swiss ernst macht mit der im August ausgesprochenen Impfaufforderung und nun ihren Mitarbeitenden mit Entlassung droht, sorgt für hitzige Köpfe. Darf die Airline das? Ist dieser Schritt verhältnismässig? Und was machen die anderen Schweizer Airlines?

Auch zahlreiche Schweizer Medien haben sich dem brisanten Thema diese Woche angenommen und die Meinung der Leserschaft geht weit auseinander – von absoluter Zustimmung bis kompletter Ablehnung dieses Schrittes. Travelnews hat am Dienstag seine Leserinnen und Leser gefragt: Soll sich die Swiss von ungeimpften Mitarbeitenden trennen? 273 Antworten gingen ein: 59 Prozent sprechen sich dafür aus und haben volles Verständnis. 29 Prozent erachten das Vorgehen als No-Go, ein solches Vorgehen gehe überhaupt nicht.

«Impfobligatorium ist nachvollziehbar und zweckmässig.»

Rückendeckung erhält die Swiss nun auch von Pilotenvereinigung Aeropers. Diese beurteilt das von der Swiss gegenüber ihren Mitarbeitenden ausgesprochene Impfobligatorium für nachvollziehbar und zweckmässig. Die Gewerkschaft stört sich allerdings an der Einführung und Umsetzung der Impfpflicht. Bisher seien nur einzelne Vorschläge von Aeropers bei der Konsultation zwischen der Airline und den Sozialpartnern berücksichtigt worden. Dies bedaure der Vorstand.

Weiter schreibt Aeropers: Die Verhältnismässigkeit sei aktuell gegeben, basierend auf der Fürsorgepflicht. Aus rein betrieblichen Gründen würde die Verhältnismässigkeit nach Einschätzung der Gewerkschaft allerdings nicht vorliegen. Denn die Einreisebedingungen hätten sich nicht im erwarteten Masse verschärft. «Da die Einreisebestimmungen sehr volatil sind, könnten aber auch betriebliche Gründe die Verhältnismässigkeit sehr bald zusätzlich stützen», heisst es weiter. Die Situation sei nun sehr schwierig für Pilotinnen und Piloten, die sich nicht impfen wollen oder können, stellt Aeropers fest.

«Vorgehen wird nicht für Stellenabbau genutzt.»

Wie sehr das Thema die Pro- und Contra-Seite bewegt, zeigt auch ein Kommentar im «Tages-Anzeiger» (Abo). Der Autor schreibt, die Swiss gehe mit diesem Entscheid zu weit. Und: «Der Verdacht liegt nahe, dass die Swiss den ohnehin angekündigten Stellenabbau auf dem Buckel jener Angestellten vollzieht, die sich das Recht herausnehmen, sich nicht impfen zu lassen. Ein klassischer Vorwand also.»

Was wiederum eine Flut an Leserinnen- und Leser-Kommentaren auslöst; und zwar nicht von Impfmuffeln und -gegnern, sondern mehrheitlich von Befürwortern des Vorgehens der Swiss. Die Hauptstossrichtung: «Das Impfobligatorium wurde vor Wochen angekündigt. Was soll sonst mit dem Personal passieren, das sich nicht impfen lässt? Dasselbe passiert übrigens mit dem Pflegepersonal in Frankreich. Und das Vorgehen wird auch nicht für den Stellenabbau genutzt. Sonst wäre das Impfobligatorium vor den Kündigungen eingeführt worden.»

(GWA)