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Die EU-Verordnung sieht vor, dass Airlines mindestens 50 Prozent der Slots nutzen müssen, um diese nicht zu verlieren. Die IATA kritisiert die Bestimmungen. Bild: Fotis Christopoulos

Die IATA kritisiert die neue EU-Slotregelung

Ab dem kommenden Winter müssen laut EU-Verordnung 50 Prozent der Slots von Airlines genutzt werden, damit sie diese nicht verlieren. Die International Air Transport Association (IATA) findet, dass dieser Entscheid «an der Realität vorbei geht».

Vor der Corona-Pandemie waren die strikten Slot-Regelungen an den Flughäfen praktisch unantastbar. Wurden nicht mindestens 80 Prozent der zugeteilten Zeitfenster genutzt, konnten diese den Airlines entzogen werden. Doch dann zwang das Coronavirus den Flugverkehr, am Boden zu bleiben, und es war ein Ding der Unmöglichkeit, diese Regelung einzuhalten. Also wurde kurzerhand mit einer Ausnahmeregelung der EU-Kommission entschieden, dass die Fluggesellschaften in dieser Ausnahmesituation ihre Slots - wenn auch ungenutzt - nicht verlieren dürfen.

Das EU-Parlament hat aber bereits vergangenen Dezember durchblicken lassen, dass es sich nicht für eine Verlängerung dieser Regelung ausspricht. Bereits ab dem Sommerflugplan-Wechsel ab April 2021 sollten Alternativen auf dem Tisch liegen, wie Travelnews berichtete. Nun hat die Schweiz kürzlich bekannt gegeben, dass sie die Vorgaben der Europäischen Union übernehmen werde. Diese treten bereits ab 1. August in Kraft und versprechen Airlines «mehr Spielraum bei der Nutzung ihrer Zeitfenster».

50 Prozent der Slots müssen genutzt werden

Doch was bedeutet das konkret? Die EU-Verordnung sieht vor, dass Fluggesellschaften, die an Slot-regulierten Flughäfen operieren, von November 2021 bis April 2022 mindestens die Hälfte von Slots nutzen müssen, die sie besitzen. Die Kommission argumentiert, «dass die Erholung des Intra-EU-Verkehrs in diesem Sommer eine 50-prozentige Nutzungsschwelle ohne Erleichterung rechtfertigt.»

Die IATA bezeichnet die Entscheidung des EU-Parlaments als «realitätsfern» und argumentiert, dass die Kommission die Ratschläge und Beweise der EU-Mitgliedsstaaten und der Airline-Industrie ignoriert habe, welche allesamt für eine viel niedrigere Schwelle plädiert hatten. Die IATA geht davon aus, dass bis Ende Jahr gerade einmal 34 Prozent des internationalen Reiseverkehrs von 2019 erreicht wird. Langstreckenbuchungen für die EU liegen derzeit bei durchschnittlich 20 Prozent des Vorkrisenniveaus.

Dies habe zur Folge, dass die Fluggesellschaften eingeschränkt würden und nicht mehr auf unvorhersehbare und schnell wechselnde Nachfrage reagieren können, was zu umweltschädlichen und unnötigen Flügen führt. «Ausserdem wird die finanzielle Stabilität der Branche weiter geschwächt und die Erholung des globalen Luftverkehrsnetzes behindert», schreibt die IATA weiter in einer Mitteilung.

(NWI)