Flug

swiss_ma.jpg
Jetzt steht fest, wieviele Mitarbeitende bei der Swiss weiterhin angestellt bleiben – und wieviele gehen müssen. Bild: LX

Aufatmen bei 230 Swiss-Mitarbeitenden

Zunächst plante die Swiss 780 Kündigungen auszusprechen. Nach den jüngsten Verhandlungen mit Aeropers fällt die Zahl der betriebsbedingten Kündigungen geringer aus.

Der Pilotenverband Aeropers und die Swiss haben sich in der gestrigen Verhandlungsrunde geeeinigt, wie sie die Auswirkungen der Corona-Krise zusammen bewältigen wollen. Jetzt fallen 230 Stellen weniger weg als ursprünglich angedacht.

Als die Swiss anfangs März einen Flottenabbau von 15 Prozent ankündigte, mussten 780 Mitarbeitende um ihren Job bangen – sowohl am Boden wie in der Luft. Im Rahmen des Konsultationsverfahrens hatten seither die Sozialpartner, die Mitarbeitenden sowie deren Vertretungen die Gelegenheit, Vorschläge einzubringen, um potenzielle Entlassungen zu verhindern, diese in der Zahl zu verringern oder deren Folgen abzumildern. Dabei sind auch über 770 Vorschläge von Mitarbeitenden eingegangen. Dies alles hat nun dazu geführt, dass die Swiss die Anzahl betriebsbedingter Kündigungen um rund einen Drittel von 780 auf 550 reduzieren konnte. Darin inkludiert sind auch 58 Mitarbeitende, welche eine Änderungskündigung in Form einer Pensumsreduktion oder Funktionsänderung erhalten und so weiterbeschäftigt werden können.

Die Swiss sieht sich somit gezwungen, 492 Mitarbeitenden im In- und Ausland die ordentliche Kündigung auszusprechen. Davon sind 334 Mitarbeitende in der Kabine, 101 Mitarbeitende am Boden sowie 57 Mitarbeitende in der Technik betroffen. Beim Cockpitpersonal werden keine Mitarbeitenden abgebaut, dafür wird in Absprache mit dem Berufsverband Aeropers die Bewirtschaftung des Überbestands insbesondere durch eine verordnete Reduktion des Arbeitspensums aller Piloten erfolgen – vorbehältlich einer Annahme durch diejenigen Piloten und Pilotinnen, die Aeropers angehören.

15 Flieger weniger

Die Flotte von über 90 eigenen und den im Auftrag für die Swiss operierenden Flugzeugen von Helvetic Airways (sogenannter Wetlease) wird an den Nachfragerückgang angepasst und um 15 Prozent gegenüber 2019 verkleinert. Welche fünf Flugzeuge der Airbus-Familie auf der Langstrecke (A330 oder A340) ausgeflottet werden und welche zehn Flugzeuge auf der Kurzstrecke nicht mehr zum Einsatz kommen, ist noch nicht entschieden. Bei der Kurz- und Mittelstreckenflotte wird die Anzahl der durch Helvetic operierten Flugzeuge im Vergleich zu denjenigen von Swiss überproportional reduziert. Des Weiteren prüft Swiss die Anpassung des Streckenportfolios, die Reduktion von Frequenzen sowie die verzögerte Wiederaufnahme von Langstreckenzielen, wie die Airline mitteilt.

«Swiss wird zukünftig kleiner sein – aber auch fokussierter, digitaler, effizienter und nachhaltiger», erklärt Swiss-CEO Dieter Vranckx. «Der geplante Transformationsprozess von SWISS erfolgt in den nächsten drei Jahren entlang unseres strategischen Programms «reach», mit welchem wir uns an die veränderte Marktsituation ausrichten und nachhaltig insgesamt rund CHF 500 Mio. einsparen wollen», so Vranckx weiter.

Das Swiss-Gesamtangebot liegt noch immer deutlich unter dem von vor der Pandemie und wird im Hochsommer voraussichtlich 50 bis 55 Prozent der Kapazität von 2019 erreichen. Für das Gesamtjahr 2021 rechnet der National Carrier mit einem Angebot von rund 40 Prozent gegenüber 2019, wie Swiss-Kommerzchef Tamur Goudarzi Pour im Travelnews-Interview neulich erläuterte.

(TN)