Flug

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Die Swiss hofft, dass der Bundesrat am Mittwoch die Reiserestriktionen lockert. Bild: Claudio Schwarz | @purzlbaum

Swiss bangt um Verlängerung der Kurzarbeit

Die Swiss wendet sich an den Bundesrat und hofft auf eine Lockerung der Reisebestimmungen – ebenso auf eine Verlängerung der Kurzarbeit von 18 auf 24 Monate.

Die Swiss operiert derzeit mit einem Minimalflugplan. Gerade einmal 10 Prozent der ursprünglich geplanten Flüge werden tatsächlich durchgeführt. Das sind weniger als 200 Flüge pro Woche. Hinzu kommt, dass die Reiserestriktionen ständig geändert und erschwert werden. Aktuell befinden sich wieder mehr als dreissig Länder auf der BAG-Quarantäneliste und alle Einreisenden per Flugzeug müssen seit dem 8. Februar ein negatives PCR-Testergebnis vorweisen - unabhängig vom Herkunftsland. Zwischenzeitlich war die Rede davon, dass auch ein Antigen-Schnelltest für die Einreise in die Schweiz genügt, jedoch darf dieser zwar beim Boarding vorgezeigt werden, jedoch ist für den Grenzübertritt in die Schweiz schliesslich doch ein PCR-Testergebnis notwendig - was für Verwirrung und Unbehagen bei Reisebüros sorgt.

Nun meldet sich die Swiss in einem Schreiben an mehrere Bundesräte, wie der «Tagesanzeiger» berichtet. Die Airline verbrennt durch die tiefen Flugbewegungen und wenigen Passagieren schneller und mehr Geld, als sie angenommen hatte. Konkret fordern die Swiss-Chefs rund um den neuen CEO Dieter Vranckx, dass die Reiserestriktionen gelockert werden. Durch die ständig ändernden Reisebestimmungen vergeht den Leuten schlicht und einfach die Lust auf Ferien.

Hoffnung auf Bundesrat

Im August unterzeichnete der Bund die Verträge über die Rettung der Lufthansa-Tochter. Die Schweizer Regierung bürgt für 85 Prozent des 1,5 Milliarden Franken schweren Bankkredits, welcher die Swiss und Edelweiss retten soll. Eine Milliarde davon habe die Swiss laut Sprecherin Meike Fuhlrott noch nicht abgeholt, wie die Zeitung weiter schreibt. Dass es nun finanziell eng werden könnte, dementiert die Swiss.

Bei der Swiss - und darüber hinaus vielen anderen touristischen Betrieben auch - befinden sich noch ein Grossteil der Angestellten in Kurzarbeit. Endet dieses Regime, müsste die Swiss wieder 100 Prozent der Lohnkosten übernehmen. Das kann sich das Unternehmen demnach nur leisten, wenn die Mitarbeitenden auch produktiv beschäftigt sind.

Aber es gibt Hoffnung: An der Medienkonferenz vergangenen Mittwoch (17. Februar 2021), hat der Bundesrat angekündigt, dass er die Kompetenz vom Parlament erhalten soll, die Höchstbezugsdauer für Kurzarbeitsentschädigung von aktuell 18 auf maximal 24 Monate innerhalb von zwei Jahren zu verlängern. Schliesslich wird beantragt, dass der Bund auch 2021 die Kosten für die Kurzarbeit übernimmt. Das führt zu einer Mehrbelastung des Bundeshaushalts von aktuell geschätzt bis zu 6 Milliarden Franken und bedingt eine Anpassung des Arbeitslosenversicherungsgesetzes, wie die Online-Zeitung «watson» berichtete. Wird diesbezüglich aber nicht bald eine Entscheidung gefällt und zieht die Nachfrage nach Flugreisen nicht an, drohen bei der Swiss Massenentlassungen. Aufgrund der Kündigungsfristen müsste sich die Airline nämlich schon im April und Mai Gedanken zur Anzahl Mitarbeitenden machen. Gewerkschaften haben diesbezüglich schon Befürchtungen geäussert, so der «Tagesanzeiger» weiter. Auch Juerg Mueller, der Präsident des Board of Airline Representatives Switzerland (B.A.R.), hat sich vor einigen Tagen in einem Travelnews-Interview gefragt, was passiert, wenn die Kurzarbeit tatsächlich nach 18 Monaten endet.

(Dieser Artikel wurde aktualisiert)

(TN)