Flug

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Urs Ryf, CEO, COO und Accountable Manager des Flughafens Bern. Bild: HO

«Ferienflüge ab Bern sind auch künftig gefragt»

Urs Ryf, der CEO des Flughafens Bern, äussert sich zur schwierigen Situation – und er richtet den Blick nach vorne.

Herr Ryf, die Schweiz lebt immer noch im Shutdown. Wie präsentiert sich die aktuelle Situation für den Bern Airport?

Urs Ryf: Seit März 2020 befindet sich die gesamte Belegschaft in Kurzarbeit. Unser Ziel ist, unsere Leistungen mit einem minimalen Personalbestand zu erbringen. Für Zusatzleistungen oder kurzfristige Peaks haben wir täglich mehrere Mitarbeitende auf Pikett. Entlassungen mussten wir bisher keine aussprechen, aber es erfolgten aufgrund der Unsicherheiten viele Kündigungen. Die Flugbewegungen bewegen sich in etwa auf Vorjahresniveau, primär dank den Flugschulen, dazu gehören Helikopter und Flächenflugzeuge. Einen deutlichen Umsatzrückgang aufgrund des Covid bedingten Verkehrseinbruchs müssen wir im Bereich Linie/Charter und Business Aviation registrieren.

Welche Flugbewegungen verzeichnet der Bern Airport aktuell?

Der Bereich Heli und Schulung bewegt sich auf Vorjahresniveau. Deutlich ist der Rückgang im Bereich Business Aviation, dies aufgrund der Reiserestriktionen. Komplett eingebrochen sind die Flüge im Bereich Linie und Charter. Einzig noch von Sportvereinen werden vereinzelte Charterflüge in Anspruch genommen.

«In Zürich erwarten wir einen starken Preiskampf, welcher die Nachfrage für Flüge ab Bern negativ beeinflussen könnte.»

Mit welchen Szenarien rechnen Sie für diesen Sommer und das restliche Jahr?

Beim optimistischeren Szenario rechnen wir mit einer Erholung der Situation bis im Herbst und einem damit verbundenen reduzierten Angebot im Bereich Linie und Charter. Beim pessimistischen Szenario rechnen wir damit, dass es in diesem Jahr keine Linien- und Charterflüge ab Bern geben wird und es erst im Jahr 2022 zu einer Erholung kommen wird.

Was heisst das für FlyBair?

Aufgrund der weiterhin schwierigen Planung sowie der bestehenden Reisebeschränkungen und -bestimmungen, unter anderem die erst kürzlich eingeführte PCR-Testpflicht bei Ankunft mit dem Flugzeug, zeigen sich Reiseveranstalter noch nicht bereit, Risikoplatzverträge mit Flugunternehmen zu unterschreiben. Gerade diese partnerschaftliche Zusammenarbeit ist für flyBAIR aber von grosser Bedeutung. Das flyBAIR-Team steht im regelmässigen Austausch mit den Reiseveranstaltern mit dem Ziel, ein möglichst attraktives Flugangebot anbieten zu können.

Welche Anzeichen aus der Region registrieren Sie bei der Frage nach der künftigen Rolle des Bern Airport?

Wir sind überzeugt, dass es auch künftig eine Nachfrage in der Region für Ferienflüge ab Bern geben wird. Es wird sich zeigen, ob die Reiseveranstalter gemeinsam mit den Fluggesellschaften bereit sein werden, ein Angebot zu schaffen. In Zürich erwarten wir einen starken Preiskampf, welcher die Nachfrage für Flüge ab Bern negativ beeinflussen könnte.

(GWA)