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In Zukunft werden einige der Lufthansa-Flugzeuge am Boden stehen bleiben. Bild: lufthansagroup.com

Lufthansa: Kleinere Flugzeugflotte, grösserer Stellenabbau

Die Aussichten auf den internationalen Luftverkehr für die kommenden Monate sind alles andere als gut. Aufgrund dessen hat der Vorstand der Deutschen Lufthansa AG das dritte Paket des konzernweiten Restrukturierungsprogramms beschlossen.

Mit dem Ende der Sommerreisezeit gehen Passagier- und Buchungszahlen wieder zurück, nachdem in den Monaten Juli und August noch leichte Erholungstendenzen spürbar waren. Die bisherige Annahme von Lufthansa, im vierten Quartal des Jahres ein durchschnittliches Produktionsniveau von 50 Prozent des Vorjahreswertes zu erreichen, erscheint heute nicht mehr realistisch. Sollte sich die Lage nicht verbessern, wird im laufenden Jahr nur noch ein Flugangebot zwischen 20 und 30 Prozent des Vorkrisenniveaus erwartet.

Folglich ist klar, dass an der Flottenplanung der Lufthansa Gruppe etwas angepasst werden muss. Mindestens 150 Flugzeuge der einstmals 760 Jets umfassenden Konzernflotte werden dauerhaft nicht mehr abheben, teilte das Unternehmen mit. Das sind 50 Flugzeuge mehr als vorgesehen – bislang hatte Lufthansa mit einer mittelfristig um 100 Flugzeuge reduzierten Konzernflotte geplant. Bereits im Frühjahr sind sechs Airbus A380 endgültig ausser Dienst gestellt worden. Nun beschloss der Vorstand, dass die verbleibenden acht Flugzeuge vom Typ A380 sowie zehn Flugzeuge vom Typ A340-600, die bislang noch für den Flugdienst vorgesehen waren, in einen sogenannten Langzeitparkmodus (long-term storage) überführt und aus der Planung genommen werden. Diese Flugzeuge würden nur im Falle einer unerwartet schnellen Markterholung wieder reaktiviert werden können. Darüber hinaus sollen weitere Jets vom Typ A340-600 dauerhaft am Boden bleiben. Aus den vorgenannten Flottenentscheidungen werden sich weitere Wertberichtigungen in einer Grössenordnung von bis zu 1,1 Mrd. EUR ergeben.

Auch beim Personal wird es Änderungen geben

Neben Verkleinerung der Flotte kommt auch einen noch grösseren Stellenabbau als gedacht hinzu. Es werden mehr als die angekündigten 22'000 Stellen wegfallen, um Kosten zu senken. Durch Krisenpakete mit den Gewerkschaften soll die Zahl der betriebsbedingten Kündigungen begrenzt werden. Unter anderem wird auch die Führungsstruktur verschlankt. Eine Reduktion von 20 Prozent der Leitungspositionen sollen im ersten Quartal 2021 umgesetzt werden.

Nach Einschätzung des Vorstands sind angesichts der unverändert grossen Unsicherheiten im globalen Luftverkehr kurzfristige Anpassungen an die aktuelle Marktlage auf absehbare Zeit unumgänglich. In der Ausweitung von Corona-Tests sieht der Vorstand eine wesentliche Voraussetzung zur Wiederaufnahme der globalen Mobilität. Konsequentes Testen ist möglich, erhöht die Sicherheit für Reisende und ist im Gegensatz zu wechselnden und uneinheitlichen Einreise- und Quarantäneregelungen die bessere Alternative.

(NIM)