Flug

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Green Airlines wird auf Flugzeuge des Typs ATR72 setzen (im Bild ein solches von Stobart Air) und will damit vor allem Geschäftskunden ansprechen. Bild: Daniel Eledut

Die grüne Airline geht an den Start

Ab Ende Oktober wird ein deutsches Start-Up namens Green Airline innerdeutsche Flüge durchführen. Auf dem Destinations-Expansionsplan findet sich aber auch Zürich. Was ist «grün» an dieser Airline?

Das Thema «Ökologie» ist im Corona-geprägten Jahr 2020 wieder etwas in den Hintergrund geraten. Was nicht heisst, dass es nicht einiges Neues zu diesem Thema gibt. Darunter etwa der baldige Start von Green Airlines, ein deutsches Start-up.

Wie aus der Website der Airline hervorgeht, sind Ende Oktober erste Flüge ab Karlsruhe/Baden-Baden nach Berlin und Hamburg geplant. Beide Ziele werden mehrfach in der Woche und zum Teil gar mehrfach am Tag angeflogen. Eingesetzt wird dabei eine ATR 72-500, welche von der dänischen Fluggesellschaft Air Alsie im Rahmen eines ACMI-Deals übernommen wird.

Spannend sind auch die Angaben hinsichtlich weiteren potenziellen Zielen. Mit der Ausdehnung des Streckennetzes in 2021 werden nämlich weitere ATR72-500 in die Flotte für regionale Flüge von Green Airlines aufgenommen. Als neues Ziel ins Visier genommen wird unter anderem Zürich, nebst Dresden, Friedrichshafen, Rostock, Sylt oder Wien. Ein Flug Karlsruhe-Zürich? Denkbar wäre auch ein Flug Paderborn-Zürich, denn der Flughafen Paderborn/Lippstadt steht als zweite Basis von Green Airlines im Gespräch.

Was ist eigentlich grün an Green Airlines?

Zunächst mal klingt dies alles nach einem herkömmlichen Aufbauplan für eine neue Regional-Airline. Aber Green Airlines schlägt in eine besondere Kerbe. Die Grundphilosophie der Airline ist es laut «Airliners», dass Green Airlines Regionalflugverkehr mit so wenig Umweltverschmutzung bieten will, dass man sich mit anderen Verkehrsträgern messen könne. Im Visier sind überdies nicht Leisure-Touristen, sondern auch schnellen Transport angewiesene Geschäftsreisende.

Und wie ist eine Airline grün? Derzeit gibt es noch keine technischen Lösungen in der Luftfahrt, die ein Null-Emmissionen-Flugzeug ermöglichen. Doch man kann kompensieren. Und bei Green Airlines werden grundsätzlich alle Emissionen kompensiert. Will heissen: Jede Flugstunde wird bei einem Kompensationsunternehmen ausgelöst, und 50% der verursachten Emissionen werden sogar überkompensiert. Dafür wird mit Forstbetrieben kooperiert. Aus dem durch die Aufforstung gewonnenen Holz werden Ausrüstungsgegenstände für die Kabine (etwa Tabletts und Besteck) hergestellt. Im In «Greenworld Shop» werden  zudem nachhaltige Produkte verkauft.

Darüber hinaus wird die IT CO2-neutral betrieben und im Büro wird auf Papierausdrucke möglichst verzichtet. Das Konzept der Airline und deren Angebot sind also klar auf umweltbewusste Geschäftsreisende ausgerichtet.

(JCR)