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Fast die gesamte Lufthansa-Flotte steht derzeit am Boden. Staatliche Hilfe ermöglicht den Restart. Bild: LH

So sieht das Rettungspaket für die Lufthansa aus

Die Lufthansa soll staatliche Hilfe in der Höhe von 9 Milliarden Euro erhalten. 20 Prozent der Anteile gehen an den deutschen Staat. Die Verhandlungen befinden sich auf der Zielgeraden.

Die Schweizer Sonntagspresse stellte zuletzt die Bundeshilfe für die Swiss in Frage, weil die Unterstützung für die deutsche Mutter noch nicht gesichert sei. Gemäss deutschen Medien steht das Rettungspaket für die Lufthansa nun aber fest – und damit dürfte auch dem 1,5 Milliarden-Kredit für die Swiss nichts mehr im Weg stehen.

Die deutsche Regierung hat sich mit dem LH-Konzern auf ein Hilfspaket in der Höhe von 9 Milliarden Euro geeinigt. Der deutsche Staat erhält 20 Prozent der Anteile sowie zwei Sitze im Aufsichtsrat. Die von der Airline befürchtete staatliche Sperrminorität, mit der der Staat Entscheidungen hätte blockieren können, ist aber vom Tisch.

Zuletzt standen die Gespräche zwischen Bund und Lufthansa unter erhöhtem Druck. Der Lufthansa droht wegen der Pandemie samt Reiseverbot und mehrheitlich stillgelegter Flugzeugflotte das Geld auszugehen. Pro Stunde verbrennt die Airline eine Million Euro. Auch eine Insolvenz wurde nicht mehr ausgeschlossen.

Der Bund will nun aber der Airline mit dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) helfen, der mit dreistelligen Milliardenbeträgen dotiert ist. Die Regierung hatte bereits früh ihre Bereitschaft bekundet mit der Aussage, die Airline sei systemrelevant. Noch sind einige offene Fragen zu klären, doch die Verhandlungen über das Rettungspaket befinden sich auf der Zielgeraden.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wird erwartet, dass am heutigen Freitag der massgebliche WSF-Ausschuss zusammenkommt, um der Lufthansa dann ein offizielles Angebot über Stützungsmassnahmen für die angeschlagene Airline zu unterbreiten. Danach müssen sich die Gremien der Lufthansa damit befassen und entscheiden. Auch die EU-Kommission muss zustimmen.

Nachdem nun auch das Rettungspaket in der Schweiz in trockenen Tüchern liegen dürfte, verhandelt der Lufthansa-Konzern noch für die Töchter Austrian Airlines und Brussels Airlines mit den Regierungen Österreichs und Belgiens.

(GWA)