Flug

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Die Streichung von Flügen durch South African Airways hat die Sorgen der Reisebranche weiter verstärkt. Bild: JCR

South African annulliert mehrere Flüge

Zwar postete der Carrier am Montag noch eine Message auf seiner Website, wonach der Flugbetrieb normal weitergeführt wird. Am selben Tag wurden aber offenbar 19 Flüge annulliert, was die Finanzkrise weiter akzentuiert. Heute Nachmittag (21. Februar) wird ein weiteres Statement der Fluggesellschaft erwartet.

Die Frist für eine dringend benötigte Geldüberweisung des Staats ist am Sonntag resultatlos abgelaufen - und wurde seitdem nochmals verlängert. Deswegen sind die Sorgen der Tourismusbranche rund um South African Airways, immerhin die zweitgrösste Airline Afrikas und ein wichtiges Star-Alliance-Mitglied, aber nicht wirklich kleiner geworden.

Das hat die Airline am Montag (21. Januar) veranlasst, ein Statement auf ihrer Website zu publizieren. Darin steht, dass der Flugbetrieb normal aufrecht erhalten wird. Man sei sich bewusst über Pressemeldungen hinsichtlich einem möglichen Kollaps, versichere aber, stets transparent mit Aktionären und Flugpassagieren zu kommunizieren. Das mag stimmen - doch die «normale Aufrechterhaltung des Flugbetriebs» war schon am Tag dieser Meldung nur noch eine Floskel.

Wie das südafrikanische Reiseunternehmen Flight Centre festhielt, wurden zahlreiche SAA-Flüge annulliert. Allein am Montag sollen es 19 gewesen sein. Ein kurzer Blick nach München offenbart, dass die SAA-Flüge nach Johannesburg dort bis und mit Montag normal abflogen, jedoch der heutige Flug annulliert ist, weil die Maschine aus Johannesburg gestern gar nicht erst Richtung München abhob. Inzwischen ist bekannt, dass insgesamt zehn Flüge zwischen Johannesburg und München annulliert wurden. In einem Statement von SAA hiess es, dass es hierbei um eine normale Praxis der Überprüfung von Flügen und der Konsolidierung von Strecken mit tiefer Nachfrage gehe, und dass damit Geld gespart werden könne.

Nebst zahlreichen Flügen ab Johannesburg wurden auch Flüge von/nach Durban sowie Kapstadt annulliert. Auf der SAA-Website gibt es eine umfassende Übersicht zu den Annullierungen. Auch einige Inland-Flüge von SA Express hoben nicht ab; diese haben eine SAA-Flugnummer, werden aber von einem separaten Carrier durchgeführt. SAA prüft aktuell weitere Änderungen des Flugplans; allgemein werden noch weitere Annullierungen erwartet.

Die Streichungen sind also von SAA getrieben. Im Raum stand auch die Frage, ob SAA wegen der üblichen Prozedur von Flughäfen, wonach bei ersten Anzeichen von Zahlungsproblemen gleich um Vorkasse gebeten wird (etwa für Betankungen oder sonstige Dienstleistungen), praktisch gezwungenermassen den Flugplan reduziert. Schlimm an den Streichungen ist doch, dass diese die finanzielle Situation weiter verschlechtern: So müssen etwa die in München sitzengebliebenen Passagiere nach EU-Recht entschädigt werden.

SAA kommt trotz eigentlich guter Nachfrage nicht aus der Negativspirale heraus; negativer Höhepunkt im letzten Jahr war der Abgang von CEO Vuyani Jarana, welcher sagte, seine Restrukturierungs-Strategie werde «systematisch unterwandert».

(JCR)