Flug

AtlasGlobal_AdobeStock.jpeg
Bleiben bis auf Weiteres am Boden: Die Flugzeuge von Atlas Global Airlines. Bild: Adobe Stock

Atlas Global belässt ihre Flugzeuge am Boden

Die türkische Fluggesellschaft groundet ab sofort ihre gesamte Flotte mit 13 Flugzeugen bis mindestens 21. Dezember. Es ist das bereits 9. grössere Grounding im Jahr 2019.

Und noch eine Fluggesellschaft, welche am Boden bleibt: Dieses Mal hat es die private türkische Airline AtlasGlobal getroffen. Diese hat auf ihrer Website angekündigt, dass sämtliche Flüge ab sofort (dem 26. November) und bis zum 21. Dezember - also für mindestens die nächsten vier Wochen - eingestellt werden. Die Ticketverkäufe, auf der AtlasGlobal-Website und über fremde Kanäle, sind bis mindestens 16. Dezember 2019 eingestellt.

Konkret wird angegeben, dass es sich um ein temporäres Grounding handelt, welches im Rahmen einer «neuen Phase der Restrukturierung» getroffen wurde. Gegenüber türkischen Medien erklärte AtlasGlobal aber auch, dass die aktuellen Probleme ihren Ursprung in den Jahren 2015 und 2016 haben, als die Türkei von Terrorangriffen und dem Versuch eines Staatsstreichs heimgesucht wurde. Trotz einer neuen Strategie wurde die Lage 2018 aufgrund der Schwäche der türkischen Lira sowie hohen Kosten aufgrund des Umzugs innerhalb Istanbuls - vom alten Atatürk-Flughafen zum neuen internationalen Grossflughafen - nochmals verstärkt.

AtlasGlobal war seit der Gründung 2001 bis ins Jahr 2015 zunächst unter der Marke «Atlasjet» in Europa und im türkischen Domestic-Flugverkehr unterwegs. Zunächst war die Airline eine 100%-Tochtergesellschaft des Reiseveranstalters türkischen Reisegiganten Öger Holding (welcher im Rahmen der Thomas-Cook-Pleite kürzlich selber unterging), löste sich aber bereits Ende Januar 2006 von diesem. Aktuell betreibt die Airline insgesamt 13 Flugzeuge: 11 im eigenen Betrieb und zwei bei der Tochtergesellschaft AtlasGlobal Ukraine. Es handelt sich dabei um drei Airbus A330-200, drei Airbus A320-200 und sieben Airbus A321-200.

Die Airline mit Sitz in Istanbul betreibt dort sowie in Antalya ihre Hubs und ist (war?) stark im Charterverkehr aktiv. Im internationalen Verkehr wurden zuletzt unter anderem London-Stansted und Amsterdam (im Rahmen einer Codeshare-Vereinbarung mit KLM aus dem Jahr 2018) sowie im deutschsprachigen Raum Düsseldorf und Hamburg angeflogen (in den Sommermonaten noch zusätzliche Flughäfen). Im Jahr 2016 hatte AtlasGlobal mit grossem Pomp auch eine Verbindung zwischen Zürich und Istabul aufgenommen, welche aber wenig später deutlich diskreter wieder eingestellt wurden.

(JCR)