Flug

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Gewisse Balkanziele scheinen bei Swiss die Erwartungen nicht erfüllt zu haben. Dafür gibt es jetzt für Kunden bessere Möglichkeiten beim CO2-Offsetting auf Swiss-Flügen. Bild: JCR

Swiss streicht vier Sommerziele

Im Sommer 2020 werden keine Flüge mehr nach Leipzig, Niš, Sarajevo und Zagreb angeboten. Darüber hinaus wird die vom Lufthansa Innovation Hub entwickelte Plattform «Compensaid» das zentrale Kompensationsangebot der Lufthansa Group.

Swiss überprüft ihr Streckennetz regelmässig auf mögliche Weiterentwicklungen und Anpassungen, um sicherzustellen, dass der Einsatz der Flotte optimal auf das Streckennetz abgestimmt ist. «Relevante Faktoren hierbei sind unter anderem die aktuelle Nachfrage, das Entwicklungspotenzial einzelner Routen sowie die Wettbewerbssituation», wie Swiss-Sprecher Florian Flämig auf Anfrage von Travelnews festhält.

Bei der Beurteilung des kommenden Sommerprogramms wurde nun der Rotstift angesetzt: «Im Sinne einer gesamthaften Optimierung haben wir uns entschieden, zum Sommerflugplan 2020 Leipzig, Niš, Sarajewo und Zagreb aus dem Programm zu nehmen», so Flämig. Keine Angaben machte er darüber, wie die freiwerdende Kapazität neu eingesetzt werde.

Die südserbische Stadt Niš war seit dem Sommer 2017 im Angebot von Swiss. Zunächst wurde zwei Mal wöchentlich dorthin geflogen, später drei Mal (im Sommer) und zwei Mal (im Süden). Zwischenzeitlich flog auch die damalige Germania Flug AG nach Niš. Ausschlaggebend für den Rückzug dürfte aber eine Offensive von Homecarrier Air Serbia gewesen sein. In Sarajevo, welches saisonal drei Mal wöchentlich angeflogen wurde, ist die Situation weniger klar: Der Flughafen wird bislang nicht von Lowcostern angeflogen und konnte vor wenigen Tagen ein starkes Resultat präsentieren. Allerdings ist dort geplant, nach Fertigstellung eines neuen Kontroll-Towers auch Platz für Lowcoster wie Ryanair, Easyjet oder Wizz Air zu bieten. Zagreb schliesslich, ebenfalls nur saisonal angeflogen, dürfte den Erwartungen nicht entsprochen haben. Croatia Airlines fliegt weiterhin zwei Mal täglich ab Zürich nach Zagreb, mitsamt LX-Code. Leipzig schliesslich wurde bereits im laufenden Winterflugplan nicht mehr angeboten und fällt nun komplett raus.

Neue Option für die CO2-Kompensation

Weiter meldet Swiss, dass sie gemeinsam mit den Partnern der Lufthansa Group die Optionen für die freiwillige CO2-Kompensation der Passagiere ausbaut. Nach erfolgreich abgeschlossener Testphase wird die vom Lufthansa Innovation Hub entwickelte Plattform «Compensaid» zum zentralen Kompensationsangebot der Lufthansa Group und wird direkt im Buchungsportal der Fluggesellschaften integriert. Damit haben Kunden die Möglichkeit, die bei einer Flugreise unvermeidlich entstehenden CO2-Emissionen mit nachhaltigen alternativen Kraftstoffen weitgehend auszugleichen. Dieses sogenannte Sustainable Aviation Fuel (SAF) ist eine der vielversprechendsten Optionen, um die Zukunft des Fliegens klimaneutral zu gestalten.

«Die Förderung nachhaltiger, alternativer Treibstoffe ist zentraler Teil unserer Klimastrategie. Wir machen sie als eine der ersten Airlines weltweit unseren Kunden als Kompensationslösung verfügbar und treiben so ihre Entwicklung voran», sagt Harry Hohmeister, Konzernvorstand Deutsche Lufthansa AG und Chief Commercial Officer Network Airlines. Eine industrieweite Nutzung scheitert bislang an der verfügbaren Menge und den hohen Kosten des innovativen Treibstoffes, da bislang nur wenige Raffinerien weltweit in der Lage sind, SAF zertifiziert und in ausreichenden Mengen zu produzieren. Bei Compensaid handle es sich um die weltweit erste Onlineplattform dieser Art, welche Endkunden eine transparente und schnell wirksame Möglichkeit gibt, mithilfe von alternativen Treibstoffen ihren CO2-Verbrauch beim Fliegen auszugleichen.

Für die CO2-Kompensation über „Compensaid“ stehen den Reisenden zwei Optionen zur Verfügung: Sie können einerseits fossile Flugkraftstoffe 1:1 durch SAF ersetzen. Dafür berechnet die Plattform die Preisdifferenz zwischen SAF und fossilem Kerosin. Kunden zahlen lediglich den Aufpreis für den innovativen Kraftstoff. Das Fuel Management der Lufthansa Group speist das SAF innerhalb von sechs Monaten in Frankfurt in den Flugbetrieb ein. Alternativ können Reisende über die Schweizer Stiftung myclimate, die bereits seit 2007 Partner der Lufthansa Group für wirksamen Klimaschutz ist, Waldaufforstungsprojekte unterstützen und damit langfristig positive Klimaeffekte erzielen.

Informationen zu Compensaid gibt es hier: swiss.compensaid.com.

(JCR)