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Keine Langstrecken-Lowcostflüge ab Paris-CDG mehr: XL Airways hat das Handtuch definitiv geworfen. Bild: XL Airways

Zwei französische Airline-Pleiten sind definitiv

XL Airways hat am 30. September den Flugbetrieb definitiv eingestellt. Fast gleichzeitig musste Aigle Azur vermelden, dass kein Investor gefunden wurde.

Die Konsolidierung am europäischen Flughimmel schreitet voran. Zu Beginn dieser Woche galt es, gleich zwei Airlines definitiv zu beerdigen, welche schon seit längerem grosse Probleme hatten.

Die französische Ferienfluggesellschaft XL Airways France hat auf ihrer Website angekündigt, dass die Flüge mindestens vom 30. September bis und mit 3. Oktober eingestellt sind. Bereits am 19. September hatte die Airline den Ticketverkauf eingestellt; nach einem Käufer hatte man seit einem Jahr gesucht. Vergebens. Die Airline ist nun definitiv gegroundet und verweist auf andere Carrier wie Air France, Air Austral oder Air Caraïbes, welche gestrandete Passagiere mit «Rescue Fares» unterstützen. Zuletzt betrieb XL Airways mit vier A330 17 Routen zu Langstreckenzielen. Die Airline galt als ein Pionier des Langstrecken-Low-Cost-Geschäfts. Die Franzosen erklärten rasch, dass Konkurrentin Norwegian Unterstützung erhalten habe, welche ihnen selber verwehrt blieb, und wollen beim EU-Wettbewerbshüter vorstellig werden. Das dürfte allerdings auch nicht mehr viel helfen.

Kurz zuvor war auch das Schicksal der insolventen Aigle Azur besiegelt worden. Das Handelsgericht Evry hatte sämtliche Angebote für Aigle Azur ausgeschlagen – weil die finanziellen Mittel nicht gewährleistet waren oder die Angebote unzulässig waren. Nun ist also definitiv Schluss. In Basel, wohin Aigle Azur flog, hat man sich längst nach Alternativen umgesehen. Wie prophezeiht ist nun Air Algérie wenigstens für die Strecke Basel-Algier in die Bresche gesprungen und fliegt für die verbleibende Sommerflugplan-Zeit jeweils sonntags und mittwochs zwischen den beiden Städten.

(JCR)