Flug

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Frauen im Cockpit: Nach wie vor eine Seltenheit. Bild: Nicholas Jeffries.

In den Cockpits von Aeroflot und Emirates fliegen die wenigsten Frauen

Wie steht es um den Frauenanteil in den Cockpits der grössten Fluggesellschaften? Eine aktuelle Studie zeigt: Der Pilotenberuf ist noch immer eine Männerdomäne.

Obschon heute auch Frauen im Cockpit Platz nehmen, vernimmt man als Flugpassagier bei den Lautsprecherdurchsagen aus dem Cockpit meistens die Stimme eines männlichen Piloten. Trügt diese Wahrnehmung? Dieser Frage ging die Reiseplattform fromAtoB nach.

30 Airlines wurden auf ihre Frauenquote hinter dem Steuerknüppel untersucht. Das Ergebnis: Die höchste Frauenquote bei den untersuchten Airlines liegt bei zehn Prozent. Genau diese Quote weisen die britische Flybe sowie die Luxair mit Sitz in Luxemburg auf und führen damit das Ranking an. Der Pilotinnen-Anteil der beiden Unternehmen ist damit doppelt so hoch wie der weltweite Durchschnittswert (5,07 Prozent). Letzterer wurde von der International Society of Women Airline Pilots ermittelt.

Das drittbeste Ergebnis weist Air France mit einer Frauenquote von 8 Prozent auf. Der vierte Platz geht an United Airline mit 7,5 Prozent beschäftigten Frauen in den Cockpits. Den fünften Platz teilen sich Condor und Lufthansa mit einem Wert von jeweils sechs Prozent.

Swiss gleichauf mit Easyjet

Die Swiss liegt mit 5 Prozent im breiten Mittelfeld. Wobei Karin Müller, Mediensprecherin Swiss, auf Anfrage von Travelnews sagt: «Erfreulich ist, dass wir aufgrund der Pilotenrekrutierungskampagne von diesem Jahr einen deutlichen Anstieg an Interessentinnen für den Pilotinnenberuf registrieren. Inwiefern sich dies auf die Zahl der erfolgreich assessierten Pilotenanwärterinnen auswirkt, wird sich zeigen.»

Ähnliche Bestrebungen verfolg auch schon seit längerem die britische Easyjet, die von der Quote her gleichauf mit Swiss liegt. Zwar befinden sich unter allen Piloten, die seit 2015 von Easyjet eingestellt wurden, aktuell 15 Prozent Frauen. Die Frauenquote im Cockpit liegt insgesamt allerdings immer noch bei 5 Prozent, wie Hauke Trauernicht von der für die Studie zuständigen Kommunikationsagentur, Tonka Communications, auf Anfrage von Travelnews ausführt.

Hier die Studienübersicht

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Das sind die Flop-Five

Unter den knapp 4200 Piloten der russischen Fluggesellschaft Aeroflot befinden sich lediglich 58 Frauen. Mit einer Frauenquote von 1,4 Prozent erzielt Aeroflot somit das schlechteste Ergebnis der Untersuchung. Dicht gefolgt von Emirates: Hier ist nur 2,3 Prozent des Cockpit-Personals weiblich.

Die dritt- und viertschlechtesten Werte findet man mit 2,8 bzw. 3,8 Prozent bei den skandinavischen Airlines Finnair und SAS Scandinavian Airlines. Komplettiert werden die Flop Fünf von KLM: Bei der niederländischen Fluggesellschaft liegt die Frauenquote mit 4,8 Prozent knapp unter dem Durchschnitt.

Über die Studie

Die Werte dieser Studie wurden aus den jeweiligen Air Line Pilots Association-, International Society of Women Airline Pilots- und Jahresabschluss-Berichten aus dem Jahr 2018 entnommen. Diese hat sich fromAtoB anschliessend via Mail bzw. Telefon bestätigen oder korrigieren lassen. Von den 30 untersuchten Airlines in Deutschland konnte bei 20 die Frauenquoten der Cockpit-Belegschaft ermittelt werden.

15 dieser 20 Unternehmen bestätigten oder korrigierten die recherchierten Werte. 15 Unternehmen gaben keine Antwort. Die Pilotinnen-Anteile von easyJet, Emirates, Flybe, SAS Scandinavian Airlines, Aeroflot Russia waren nur durch den ALPA-Bericht ersichtlich und wurden nicht vom Unternehmen kommentiert.

(LVE)