Flug

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Nachdem sich Tausende Demonstranten am Montag in der Abflug- und Ankunftshalle des Flughafens Hongkong versammelten, konnten Flüge zwar noch landen, neue Starts wurden aber verschoben. Bild: Youtube

Wegen Protesten: keine Starts am Hongkong-Airport

Hongkongs Flughafen hat am Montag wegen den anhaltenden Protesten der Demokratiebewegung sämtliche Abflüge und viele Anflüge für den Rest des Tages gestrichen.

Noch immer gehen die Leute in Hongkong auf die Strasse und protestieren für eine bessere Demokratie. Dies hat nun Auswirkungen auf den Flugplan am städtischen Flughafen. Wie die «South China Morning Post» berichtet, wurden sämtliche Abflüge für den Rest des Tages gestrichen – gelandet werden darf weiterhin. Grund dafür ist die Versammlung tausender Demonstranten in der Abflug- und Ankunftshalle des Flughafens, die gegen die Regierung und Polizeigewalt protestieren.

China setzt auch die Fluggesellschaft Cathay Pacific unter Druck. Diese reagiert mit einem klaren Statement an die Beschäftigten, die «illegale Demonstrationen unterstützen oder daran teilnehmen». Ihnen könne gekündigt werden, erklärte die Airline am Montag. Chinas Luftfahrtbehörde hatte die Fluggesellschaft am Freitag angewiesen, Teilnehmer der Proteste in Hongkong weder auf Flügen Richtung Festland-China noch durch den chinesischen Luftraum einzusetzen.

Der Chef von Cathay Pacific, Rupert Hogg, erklärte nun in einer Mitteilung an die Belegschaft, wer sich an den Demonstrationen beteilige, müsse mit «disziplinarischen Massnahmen» rechnen, eingeschlossen eine «Beendigung des Arbeitsverhältnisses». Die Fluggesellschaft übe «null Toleranz» bei «illegalen Aktivitäten». Denn «Handlungen und Äusserungen unserer Beschäftigten ausserhalb der Arbeitszeit können einen grossen Einfluss auf unser Unternehmen haben».

Die Fluggesellschaft hatte ihre Beschäftigten bereits am Wochenende informiert, dass sie sich an die Anweisungen aus Peking halten werde. Sie bestätigte zugleich, dass ein Pilot der Gesellschaft seit Ende Juli wegen seiner Beteiligung an den Protesten nicht mehr fliegen darf. Zwei Mitarbeiter des Bodenpersonals seien entlassen worden; hier nannte das Unternehmen allerdings nicht den Grund. Lokalmedien berichteten, sie hätten Informationen über die Reise eines Fussballteams der Hongkonger Polizei nach China verraten.

Fliegt bald niemand mehr mit Cathay Pacific?

Cathay Pacific fürchtet einen Boykott in China. Konzernchef Hogg hatte am Samstag betont, die Geschäfte in China seien «ein Kernelement»: Die Airline fliege nicht nur von und nach China, auch ein Grossteil der Flüge nach Europa und in die USA führten durch chinesischen Luftraum.

Der Aktienkurs von Cathay Pacific fiel am Montag an der Börse in Hongkong um fast 4,4 Prozent. Der Kurs der Muttergesellschaft Swire Pacific gab um mehr als fünf Prozent nach.

Die Proteste in der ehemaligen britischen Kronkolonie waren ursprünglich durch ein - später auf Eis gelegtes - Auslieferungsgesetz ausgelöst worden, das die Überstellung von Verdächtigen an Festland-China erlaubt hätte. Die Demonstrationen weiteten sich danach zu einer Bewegung gegen den wachsenden Einfluss Pekings in Hongkong und für mehr Demokratie aus.
Die Demonstranten fordern inzwischen auch die Direktwahl für das Amt des Regierungschefs, das bislang von der Peking-treuen und laut Meinungsumfragen unbeliebten Carrie Lam ausgeübt wird.

(nau/TN)