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Vernünftiges Essen, nicht alles auf einem Brett sondern in mehreren Gängen serviert: Jetzt tritt Delta den Kampf um die Gunst der Economy-Passagiere los. Bild: Delta Air Lines

Auch Economy-Gäste dürfen einen guten Service geniessen

Begrüssungscocktail, heisse Tücher und Restaurant-Service: Delta Air Lines hat ein neues, globales Gastronomie-Konzept in der «Holzklasse» eingeführt. Kommt es jetzt zum «Service-Krieg» auf Nordatlantik-Strecken?

Economy-Passagiere auf Transatlantikstrecken von europäischen und amerikanischen Fluggesellschaften waren in den letzten Jahren nicht gerade verwöhnt. Unbundling, harter Preiskampf und Kapazitätsoptimierungen haben zwar günstige Flüge beschert, zumeist aber zulasten des Service. Nun aber schwimmt Delta Air Lines mit einem neuen Gastronomiekonzept gegen den Strom.

Delta-Passagiere auf internationalen Flügen - mit Dauer von 6,5 Stunden oder mehr sowie kürzere internationale Flüge, bei denen «Delta One» oder «Delta Premium Select» angeboten wird - können sich ab dem kommenden November auf ein neues gastronomisches Konzept für die Main Cabin freuen. Zur Begrüssung gibt es Bellini-Cocktails (Sekt und Pfirsichpüree) sowie heisse Tücher, bei den Mahlzeiten wird nicht mehr alles auf einem Brettchen serviert, sondern man kann ein Mix-and-Match aus einer freien Auswahl von Vorspeisen sowie Hauptgerichten wählen, während das Dessert separat serviert wird. Alkoholische und non-alkoholische Getränke gehören ebenso dazu wie der Kaffee. Vor der Landung gibt es nochmals heisse Tücher und beim Aussteigen - so wie es Schweizer Passagiere längst gewohnt sind - ein Schoggitäfeli für alle.

«Wir wollen jedem Passagier, der sich für Delta entscheidet, einen einzigartigen Aufenthalt bieten, egal wo er oder sie im Flugzeug sitzt», kommentiert Allison Ausband (Senior Vice President Inflight Service, Delta Air Lines). Das Konzept wurde bereits auf mehr als 700 Flügen zwischen Portland und Tokio getestet und habe Passagiere unterschiedlichster Kulturen begeistert. Die rund 3000 Delta-Purser (die leitenden Flugbegleiter auf internationalen Flügen) wurden zudem in den letzten Monaten speziell geschult: Ihre Rolle wurde erweitert und umfasst nun die persönliche Vorstellung am Gate und die Begrüssung direkt an der Flugzeugtür. Nicht zuletzt werden demnächst weitere weltweite Anpassungen, zum Beispiel bei den Ohrstöpseln und Kopfhörern neben den erst kürzlich vorgestellten neuen Amenity-Kits, folgen.        

Der Service muss zurück

Die Service-Offensive kommt nicht ganz überraschend, doch kann sich Delta damit rühmen, diese als erste losgetreten zu haben und damit die grösste Publicity davon zu gewinnen. Ob American und United sowie weitere nachziehen, ist noch unklar, liegt aber in der Luft.

Denn die «Grossen» spüren die Low-Coster immer stärker auch auf der Langstrecke im Nacken. Norwegian ist inzwischen ein grosser Player im Transatlantikmarkt, während JetBlue den Einstieg in diesen Markt angekündigt hat. Und Letztere will ja eine Mischung aus tiefem Preis und hohem Service bieten. Statt wie in der Vergangenheit die Low-Coster zu kopieren, berufen sich die «Grossen» deshalb wohl wieder verstärkt auf Service, sprich Kundenerlebnis. Für Fliegende eine gute Entwicklung.

Ein Bellini vor dem Abflug: So werden bei Delta nun auch Economy-Passagiere verwöhnt. Bild: Delta Air Lines

(JCR)