Flug

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Am Flughafen Tirana wurde ein Flugzeug der Austrian Schauplatz eines Raubüberfalls. Die Gauner erbeuteten dabei Millionen. Bild: Austrian Airlines/Flickr.

Bewaffneter Überfall auf Austrian-Maschine am Flughafen Tirana

Action am Flughafen Albanien, wo sich gerade noch 90 Agenten aus der Schweiz aufhielten: Maskierte Bewaffnete überfallen auf dem Rollfeld eine startbereite Maschine der Austrian Airlines – die Passagiere kommen mit dem Schrecken davon.

Das organisierte Verbrechen hat in Albanien am Dienstag zugeschlagen: Ein A320 der Austrian Airlines mit der Flugnummer OS848 wartete Startbereit am Flughafen Tirana – die Triebwerke waren bereits angeworfen, alle Passagiere an Bord. Plötzlich fuhr ein Lieferwagen mit der Aufschrift «Steuerfahndung» aufs Vorfeld: Maskierte Täter in Kampfanzügen und mit vorgehaltenen Waffen stiegen aus – sie stürmten zum Bauch des Flugzeuges, wo Mitarbeiter gerade Geldsäcke aus einem Transporter ins Flugzeug verfrachteten.

Das Ganze muss ein Millionen-Coup gewesen sein: Genaue Summen werden nicht genannt. Zunächst war die Rede von rund 2,5 Millionen Euro – die Beute dürfte aber wohl bis zu fünfmal höher gewesen sein. Ausländische Banken mit Zweigstellen in Albanien lassen immer wieder hohe Geldbeträge per Flugzeug transferieren.

Austrian führt ab sofort keine Geldtransporte mehr durch

Für die Austrian-Crew wie auch für die Passagiere habe zu keiner Zeit Gefahr bestanden, wie eine Sprecherin der Airline sagt. Die Maschine landete schliesslich mit rund zweieinhalb Stunden Verspätung in Wien. Die Austrian Airlines teilt mit, dass man ab sofort aus Sicherheitsgründen keine solchen Geldtransporte mehr durchführen werde.

Für die Räuber ging der Überfall nicht ganz glimpflich aus: Beim Verlassen des Flughafengeländes, kam es zu einem Schusswechsel mit der Polizei, dabei wurde einer der Täter getötet. Die anderen konnten zunächst fliehen. In einer grossangelegten Fahndung konnte die Polizei später vier Männer festnehmen, diese werden derzeit befragt. Die Räuber gaben sich offenbar als Mitarbeiter des Zolls aus und gelangen mittels Feuerwehrzufahrt auf das Flugfeld.

Der Überfall dürfte für die aktuell laufende grosse Tourismuskampagne des Landes mit dem Namen «Taken by Albania» zu einem äusserst ungünstigen Zeitpunkt kommen. Die Kampagne ist angelehnt an die Filmreihe «Taken», wo das organisierte Verbrechen Albaniens eine tragende Rolle spielt. Laut der Leiterin des nationalen Tourismusbüros, Kornelia Ferziaj, will man aber mit der Kampagne genau das Gegenteil beweisen: Dass Albanien ein absolut sicheres, offenes und freundliches Land sei, wie sie anfangs April den Schweizer Reiseprofis in Tirana erklärte.

(LVE)