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Harte Landung für die deutsche Germania: Es konnte kein Retter mehr gefunden werden. Bild: Germania

Definitives Aus für die deutsche Germania

Die Perspektive auf eine Investorenlösung für die insolvente Fluggesellschaft Germania hat sich zerschlagen. Alle seriösen Bieter, mit denen der Insolvenzverwalter zuletzt verhandelt hat, sind abgesprungen. Damit ist eine Stilllegung nicht mehr abzuwenden.

Ein paar Wochen gab es noch etwas Hoffnung für die Pleite gegangene Germania Fluggesellschaft mbH, also die «deutsche Germania», weil der Insolvenzverwalter das Gespräch mit potenziellen Investoren suchte. Diese Hoffnungen wurden heute (25. März) zunichte gemacht: Germania hat keine Investorenlösung gefunden.

«Angesichts der Ausgangslage war es von Anfang an klar, dass eine Rettung extrem schwierig sein würde», bilanziert Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg in einer Pressemitteilung, «Germania war gegroundet, wir hatten keine eigenen Flugzeuge und kein Geld, die Leasingraten zu bezahlen. Trotzdem ist diese Nachricht natürlich enttäuschend. Wir haben buchstäblich den Interessenten den roten Teppich ausgerollt. Leider konnte oder wollte keiner darüber gehen.»

Abgesagt hat nicht nur der verbliebene Interessent für eine Übernahme des Flugbetriebs. Auch die beiden Interessenten für Wartung und Technik haben sich aus dem Bieterprozess zurückgezogen. Parallel zu diesen Optionen hatte Wienberg in den letzten Tagen noch versucht, eine Fortführungslösung im Rahmen eines Wet-Lease auf die Beine zu stellen. Auch diese Möglichkeit hat sich kurzfristig zerschlagen.

Der Knackpunkt in allen Fällen – so die Rückmeldung der Investoren – war der extrem enge Zeitrahmen:  Zum 31. März endet der Insolvenzgeldzeitraum. Weil Germania für eine Fortführung des Geschäftsbetriebs aus eigener Kraft die Mittel fehlen, musste bis dahin die Investorenlösung stehen. «Weniger als zwei Monate sind für die Investoren sehr wenig, um eine Übernahme zu planen, durchzurechnen, darüber zu entscheiden», so Wienberg. Hinzu kommt für jeden Investor das Problem, in diesem Zeitraum die für eine Übernahme und Wiederaufnahme des Flugbetriebes notwendige Finanzierung zu organisieren.

Dass die Sommersaison bevorsteht, und die Branche dingend Flugzeugkapazitäten braucht, habe den Investorenprozess zusätzlich erschwert. Das Flugverbot für die Boeing 737MAX hat die Situation zuletzt nochmal deutlich verschärft, weil dadurch Flugzeuge noch knapper wurden.

Der Insolvenzverwalter ist nun gezwungen, die Stilllegung der insolventen Gesellschaften umzusetzen. Die Mitarbeiter erhalten nun in den nächsten Tagen die Kündigungen und werden zusätzlich zum Anfang April freigestellt. Zur Erinnerung: Am 4. Februar 2019 hatten die Germania Fluggesellschaft mbH (1426 Beschäftigte), die Germania Technik Brandenburg GmbH (178 Beschäftigte) sowie die Germania Flugdienste GmbH (74 Beschäftigte) einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Die Germania Flug AG, die «Schweizer Germania», hat sich von der deutschen Gesellschaft vollständig gelöst und eine eigene Lösung gefunden.

(JCR)