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Nach einem erneuten Absturz einer Boeing 737 Max 8 wird in zahlreichen Ländern über die Zulassung dieses Flugzeug-Typs diskutiert. Bild: Aeroexpo

Die Boeing 737 Max wird in immer mehr Ländern gegroundet

Nachdem Ethiopian Airlines sowie die nationalen Fluggesellschaften Chinas und Indonesiens wegen wiederholten Unfällen bis auf Weiteres den Flugbetrieb mit Boeing 737-800MAX schon verbieten, wird diese Massnahme nun auch in anderen Ländern und bei weiteren Airlines umgesetzt.

Nach dem zweiten Absturz einer brandneuen Boeing 737 Max 8 binnen fünf Monaten, steht Boeing vor einer schwierigen Zukunft. Als Reaktion auf den tragischen Absturz der Passagiermaschine mit 157 Todesopfern in Äthiopien am vergangenen Sonntag, beschloss Ethiopian Airlines den Flugzeugtyp Boeing 737 Max 8 nicht mehr einzusetzen. «Auch wenn wir die Unglücksursache nicht genau kennen, haben wir uns entschlossen, diese Maschinen als zusätzliche Sicherheitsmassnahme am Boden zu belassen», begründete Ethiopian Airlines das Startverbot.

Auch die nationalen Fluggesellschaften Chinas müssen derzeit die Flüge mit der Boeing 737 Max 8 einstellen, bis Sicherheitsrisiken ausgeschlossen werden können, wie die Luftfahrtbehörde des Landes (CAAC) am Montag anordnete. Indonesien hat ebenfalls ein Startverbot für alle Flugzeuge vom Typ 737 Max 8 erteilt. Die Fluggesellschaften Cayman Airways, Aeroméxico, Aerolíneas Argentinas, Gol, Jet Airways sowie Comair verzichten ebenso auf den Einsatz dieses Flugzeugtyps.

Nun hat der Flughafen Singapur – einer der grössten weltweit – der Boeing 737 Max 8 einen Riegel vorgeschoben und den Start sowie die Landung von Passagiermaschinen dieses Typs verboten. Australien zieht mit und verhängt auf den australischen Flughäfen ebenso ein Start- und Landeverbot.

Von den Schweizer Airlines verfügt keine über eine Boeing 737 Max. Dennoch gibt es Fluggesellschaften aus dem Ausland, die mit diesem Flugzeugtypen sporadisch Zürich anfliegen, wie Philippe Bircher, Mediensprecher beim Flughafen Zürich erklärt. Jedoch besteht für das Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL aus heutiger Sicht kein Grund, die Landung der Maschinen zu verbieten.

5011 Bestellungen der Boeing 737 Max 8

Bis Ende Januar wurden bereits 5011 Exemplare dieses Typs bestellt und davon 350 ausgeliefert. Allfällige Stornierungen dürften den Flugzeugbauer teuer zu stehen kommen.

Die meisten Bestellungen sind von der amerikanischen Southwest Airlines eingegangen: insgesamt 280 Maschinen. Aber auch europäische Fluggesellschaften gehören zu den Kunden. Die grössten Betreiber sind derzeit Norwegian (110 Bestellungen – acht davon im Einsatz), TUI (65 Bestellungen – sieben davon im Einsatz) und Turkish Airlines (65 Bestellungen – elf davon im Einsatz).

Todesopfer

Alle 149 Passagiere und 8 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Nach Angaben der Airline stammen die Todesopfer aus 35 verschiedenen Nationen. Darunter 9 Äthiopier, 32 Kenianer, 18 Kanadier, 5 Deutsche sowie jeweils 8 US-Amerikaner, Italiener und Chinesen. Unter den Opfern waren nach UN-Angaben auch mindestens 19 Mitarbeiter der Vereinten Nationen.

An Bord befanden sich keine Schweizer, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) unter Berufung auf Ethiopian Airlines mitteilte.

(NAB)