Flug

MesaAir.jpg
Die Mesa Air Group, bislang nur in den USA für United als United Express und für American Airlines als American Eagle im Einsatz, will plötzlich in Europa mitreden. Bild: Mesa Air

Überraschendes neues Angebot für Flybe

Die angeschlagene britische Regional-Airline sollte eigentlich an Virgin Atlantic verkauft werden. Inzwischen hat sich aber ein anderes Konsortium gemeldet, und Flybe hat den ursprünglichen Verkaufsdeal nicht mehr bestätigt. Ein Bieterkampf steht im Raum.

Der britische Regionalcarrier Flybe, der Ende 2018 mit Gewinnwarnungen von sich reden machte, sollte eigentlich laut «BBC» an Virgin Atlantic verkauft werden und neu auch unter dieser Marke fliegen. Der Deal schien perfekt und machte die Runde in den Medien.

Doch Halt, nicht so schnell: Der Verkauf der Airline hat eine überraschende Wendung genommen. So ist plötzlich die Mesa Air Group als Bieter aufgetreten. Dies ist die Holdinggruppe hinter Mesa Airlines, einer in Phoenixc (Arizona/USA) beheimateten Airline, welche am US-Himmel bislang gar nicht unter der eigenen Marke sondern im Auftrag von United Airlines als «United Express» und von American Airlines als «American Eagle» im Regionalverkehr aktiv ist. Offenbar schielt Mesa nun auf eine Rolle im europäischen Regionalverkehr. Ihr Angebot: 65 Millionen Pfund neues Eigenkapital für Flybe, umgerechnet also rund 84,5 Millionen Franken, dazu Schuldenreduktions- und Aktivenverkaufs-Pläne, welche der Airline letztlich bis zu 120 Millionen Pfund zuspülen sollten. Virgin Atlantic, als Bieter unter dem Dach von «Connect Airways» gemeinsam mit Stobart Group und Cyrus Capital aufgetreten, wollte dagegen gerade mal 2,2 Millionen Pfund (weniger als 3 Millionen Franken) für den Carrier hinblättern.

Der aktuelle Hauptaktionär von Flybe, die Firma Hosking Partners unter Führung von Andrew Tinkler (welcher ironischerweise früher Chef bei der Stobart Group war), will nun nicht mehr an Connect Airways verkaufen, sondern bandelt mit der Mesa Air Group an, welche ihrerseits Unterstützung von der Investmentgesellschaft Bateleur Capital erhält. Hosking Partners hält aktuell 30 Prozent von Flybe.

Beim sich abzeichnenden Bieterkampf könnte allerdings dem Konsortium Connect Airways zugute kommen, dass dieses auf eine lange und eingespielte Zusammenarbeit mit Flybe zurückblicken kann. Die zur Stobart Group gehörende irische Stobart Air fliegt seit 2015 im Auftrag von Flybe diverse Routen, während Virgin Atlantic bereits über Codeshares mit Flybe verfügte.

Da soll noch einer sagen, niemand interessiere sich mehr für den verlustreichen Regionalflugverkehr...

(JCR)