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1 Milliarde für Alitalia und 1 Milliarde für die eigenen Mitarbeitenden

Delta Air Lines scheint im Poker um Alitalia gewonnen zu haben - und lässt die eigene Belegschaft grosszügig am aktuellen Erfolg partizipieren.

Bei der grossen US-Fluggesellschaft Delta Air Lines läuft's: Am 15. Januar wurde bei einem Umsatz von 44,438 Milliarden Dollar ein Nettogewinn von 3,935 Milliarden Dollar vermeldet. Der operative Cash-Flow lag bei über 7 Milliarden Dollar und zum 23. Mal in Folge konnten Quartalsdividenden ausbezahlt werden. Wie schon in den Vorjahren kamen nun auch wieder die Mitarbeitenden zum Zug: Über eine Milliarde Dollar wird als Erfolgsbeteiligung an alle 80'000 Mitarbeitenden weltweit ausbezahlt. Das ist bereits das vierte Jahr in Folge, in welchem Delta den Mitarbeitenden eine hohe Gewinnbeteiligung ausschüttet.

Die Mitarbeitenden können sogar noch mehr Geld verdienen: Im Rahmen der Konzerninitiative «The Great Delta Giveback» erhalten die Mitarbeitenden Taggeld bzw. Entschädigungen, wenn sie ab dem 1. April im Verlauf des kommenden Jahres bei einer Nonprofitorganisation Freiwilligenarbeit leisten. Informationen dazu gibt es unter diesem Link. Demzufolge kamen bereits im letzten Jahr 640'000 freiwillige Arbeitsstunden von Delta-Mitarbeitenden bei Nonprofitorganisationen zusammen - und dafür werden Delta-Mitarbeitende nun aber auch entschädigt.

Der Zuschlag bei Alitalia ist fast sicher

Mit dem vielen Geld lässt sich aber noch mehr machen. Offenbar ist Delta Air Lines, gemeinsam mit der britischen Easyjet, weit fortgeschritten bei Verhandlungen um eine Übernahme von Alitalia. Diese ist bekanntlich seit Mai 2017 offiziell Konkurs und wird nur anhand einer besonderen staatlichen Stütze am Leben erhalten.

Laut «Bloomberg» sollen Delta und Easyjet bereit sein, rund 400 Millionen Euro in die marode Airline einzuschiessen. Gekoppelt ist dieses Investment an eine Garantie, wonach die staatliche italienische Eisenbahn Ferrovie dello Stato gemeinsam mit weiteren staatlich kontrollierten Organisationen ebenfalls Geld einschiesst - insgesamt soll die Investitionssumme bei rund einer Milliarde Euro liegen. Delta und Easyjet würden demnach 40 Prozent der Alitalia halten, während 60 Prozent unter staatlicher italienischer Kontrolle verbleiben - voraussichtlich 30 Prozent bei Ferrovie dello Stato und 15-25 Prozent beim italienischen Finanzministerium. Auch die italienische Post soll eine Beteiligung erwägen.

Delta Air Lines und Easyjet versprechen sich davon natürlich viel Einfluss im italienischen Luftfahrtmarkt: Easyjet vor allem bei europäischen Routen, Delta an den lukrativen Transatlantikrouten. Noch ist der Deal nicht in trockenen Tüchern, aber beide Airlines haben ihr Interesse an Alitalia formell bestätigt und mit verbindlichen Angeboten bestätigt. Lufthansa und Air France-KLM, zuvor ebenfalls interessiert, haben sich aus dem Rennen zurückgezogen.

Delta Air Lines bedient übrigens jährlich rund 180 Millionen Passagiere und fliegt mit über 800 Flugzeugen 313 Destinationen in 54 Ländern auf sechs Kontinenten an. Über die Mitgliedschaft in der Allianz Skyteam arbeitet Delta bereits eng mit Alitalia und Air France-KLM zusammen, darüber hinaus gibt es ein Joint Venture mit Virgin Atlantic. Von einer solch starken Positionierung können viele Airlines nur träumen.

(JCR)