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Die deutsche Germania ist gegroundet. Wie geht es weiter mit der Germania Flug AG? Bild: HO

Deutsche Germania ist pleite – wie geht es weiter mit der Schweizer Schwester?

Am Montagabend hat die deutsche Germania ihre Flüge eingestellt und Insolvenz beantragt. Die Schweizer Germania Flug AG ist nicht betroffen, unterstreicht Urs A. Pelizzoni, Verwaltungsrat der Germania Flug AG.

Es war ein Monat des Zitterns bei der deutschen Germania. Nachdem die Airline am 8. Januar 2019 einräumte, in Finanzschwierigkeiten zu stecken und in den Tagen darauf die Hoffnung schürte, neue Geldgeber zu finden, konnte sie Mitte letzter Woche die Löhne nicht mehr bezahlen und musste nun am Montagabend den Betrieb einstellen. Der letzte Flug erfolgte von Fuerteventura nach Nürnberg. Dann war Lichterlöschen.

Wie die Airline mitteilt, hat sie am Montag, dem 4. Februar 2019, beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg Insolvenz beantragt. Die 1100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Germania, die jetzt ihren Job verlieren, wurden informiert. Die Schweizer Germania Flug AG und die Bulgarian Eagle sind von dem Schritt nicht betroffen.

Karsten Balke, CEO der Germania Fluggesellschaft, sagt: «Leider ist es uns nicht gelungen, unsere Finanzierungsbemühungen zur Deckung eines kurzzeitigen Liquiditätsbedarfs erfolgreich zum Abschluss zu bringen. Wir bedauern sehr, dass uns als Konsequenz daraus keine andere Möglichkeit als die der Insolvenzantragstellung blieb. Ganz besonders bedauern wir die Auswirkungen, die dieser Schritt auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Fluggäste hat.»

Passagiere mit Einzeltickets gehen leer aus

Passagiere, die von der Airline-Pleite betroffen sind und ihren Germania-Flug im Rahmen einer Pauschalreise gebucht haben, können sich zur Organisation einer Ersatzbeförderung direkt an ihren jeweiligen Reiseveranstalter wenden. Für Passagiere, die ihr Flugticket direkt bei Germania gekauft haben, besteht aufgrund der gültigen Gesetzeslage kein Anspruch auf Ersatzbeförderung.

Der Liquiditätsbedarf bei Germania war entstanden, da Kerosinpreissteigerungen über den Sommer des vergangenen Jahres bei gleichzeitiger Abwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar, erhebliche Verzögerungen bei der Einflottung von Fluggerät sowie eine hohe Anzahl technischer Serviceleistungen an der Flotte das Unternehmen in grossem Umfang belastet hatten.

«Wir sind ein eigenständiger Flugbetrieb»

Doch wie geht es weiter mit der Schweizer Germania Flug AG, an der die deutsche Schwester zu 40 Prozent beteiligt ist? Noch am Donnerstag unterstrich Urs A. Pelizzoni, Chief Commercial Officer der Germania Flug AG, in einem Interview mit travelnews.ch, dass die Löhne weiterhin bezahlt werden: «Wir sind ein eigenständiger Flugbetrieb mit einem eigenständigen AOC und bei uns läuft alles planmässig weiter.»

Ob die Schweizer Gesellschaft nach dem Aus der deutschen Schwester überlebensfähig ist, muss sich nun aber erst zeigen. Am Donnerstag sagte Pelizzoni noch: «Deutschland verfügt über eine Minderheitsbeteiligung bei uns, ist also kein Mutterhaus, 60 Prozent der Aktien sind in der Schweiz. Wir beziehen Dienstleistungen in Deutschland aus Kostengründen, aber wir sind fähig diese Dienstleistungen von der Technik bis zur Buchhaltung auch in der Schweiz abzubilden.»

Update, 12.30 Uhr: In einem Statement von heute Dienstag wiederholt Urs A. Pelizzoni, Verwaltungsrat der Germania Flug AG, die aktuelle Sachlage: «Bei uns läuft der Betrieb wie gewohnt weiter. Wir sind auf Kurs, das heisst der laufende Winterflugplan sowie der Sommerflugplan 2019 werden wie geplant aufrechterhalten und die Planung für den Winter 2019/20 läuft bereits.»

(GWA)