Flug

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Bald dürften diese Stühle mit wartenden und genervten Passagieren besetzt sein: Streiks an Flughäfen in Deutschland, Spanien und Italien legen in den kommenden Tagen den Luftverkehr teilweise lahm. Bild: Paul Mocan

Neues Jahr, neue Streiks

In Deutschland wurden nach ersten Streiks in Berlin zum Jahresauftakt weitere Streiks an weiteren Flughäfen in Aussicht gestellt. Auch in Italien und Spanien dürfte es in den kommenden Tagen im Flugbereich zu Streiks kommen.

Das Sicherheitspersonal der Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld hat entschieden, das neue Jahr mit einem Streik zu beginnen. Am 7. Januar 2019 verliessen etwa 500 Mitarbeiter um 05.00 Uhr ihren Posten. Der Streik, zu dem die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hatte, dauerte vier Stunden. Mit dem Warnstreik solle «ein erstes Signal» an die Arbeitgeber gesendet werden, erklärte Verdi. Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung des Stundenlohns im Bereich der Sicherheit auf 20 Euro.

Gespräche über die Tarifverhandlungen wurden bereits geführt. Die Arbeitgeber hätten zwei bis 8,1 Prozent mehr pro Jahr angeboten. Verdi habe stur an der Forderung nach einem bundesweit einheitlichen Stundenlohn von 20 Euro festgehalten, sagte Rainer Friebertshäuser, Leiter der Tarifkommission. Die Verhandlungen werden am 23. Januar 2019 weitergeführt. Bis dahin ruft die Gewerkschaft Verdi zu weiteren Warnstreiks auf.

Am Donnerstag soll demnach das gesamte Sicherheitspersonal an den Flughäfen in Düsseldorf, Köln-Bonn und Stuttgart die Arbeit niederlegen. Der Streik soll in Stuttgart mit der ersten Frühschicht gegen 03.00 Uhr, in Düsseldorf und Köln-Bonn ab Mitternacht beginnen und den ganzen Tag dauern. Wie am Montag in Berlin ist somit morgen mit starken Einschränkungen im deutschen Flugverkehr zu rechnen. Nach aktuellem Stand der Webseite des Flughafens Zürich wurden für morgen noch keine Flüge nach Düsseldorf, Köln-Bonn oder Stuttgart gestrichen. Personen, die an diesem Tag an einen der genannten Orte reisen, wird empfohlen, die aktuelle Lageentwicklung im Auge zu behalten.

Die Begeisterung der Flugreisenden über den Warnstreik am Montag hielt sich in Grenzen, wie etwa nachfolgender Tweet belegt:

In Spanien und Italien wird ebenfalls gestreikt

Auch in weiteren europäischen Ländern sind Streiks zu erwarten. Das spanische Kabinenpersonal der Billigfluggesellschaft Ryanair vollzog am 8. Januar 2019 den ersten Streiktag und am 10. sowie 13. Januar folgen weitere. Mit diesem Streik soll eine Verbesserung der Arbeits- und Lohnbedinungen erzielt werden.

In Italien werden am 11. Januar 2019 die Fluglotsen für ihre Interessen einstehen und die Arbeit niederlegen. Das Flugpersonal der Air Italy und die Piloten der Vueling Airlines in Italien haben sich den 28. Januar reserviert, um zu streiken.

(NAB)