Ferienland Schweiz

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Der Sagenweg im Toggenburg führt durch eine verschneite Winterlandschaft am Fusse der Churfirsten. Bild: NWI

Diese Winterwanderung gab mir den ultimativen Vitamin-D-Boost

Von Nina Wild

Raus aus dem Nebel, direkt in die Sonne: Der Sagenweg im Toggenburg ist der perfekte Ausflug, um das Gemüt in dieser kalten und tristen Jahreszeit zu erhellen.

Zugegeben, ich würde jetzt lieber irgendwo an einem Strand liegen und dem Meeresrauschen lauschen. Aber ich durfte vergangenes Wochenende wieder einmal feststellen, dass sich auch in der Schweiz zahlreiche hübsche Flecken verbergen. Auch für Beach-Fanatikerinnen wie ich es bin.

Es zog mich ins Toggenburg im Kanton St. Gallen. Genauer gesagt auf den Sagenweg, ein wunderbar präparierter Winterwanderweg mit Ausblick auf die umliegenden Berge. Bei den Vorbereitungen auf den Wandertag ist mir bewusst geworden, wie viele verschiedene Routen das Wintersportgebiet, geschweige denn das ganze Land, zu bieten haben. Schlussendlich habe ich mich für den Sagenweg entschieden, weil die Tour perfekte Sicht auf die Churfirsten verspricht. Diese Bergkette löst eine unerklärliche Faszination in mir aus. Liegt wahrscheinlich daran, dass ich seit ich klein bin, vom Seerücken aus im Thurgau immer eine perfekte Aussicht auf die Gipfel hatte.

Aber wie auch immer. Von meinem Wohnort Frauenfeld beträgt der Anfahrtsweg zur Talstation Alt St. Johann mit dem Auto gerade einmal eine Stunde (ab Zürich sind es etwa 1 Stunde 45 Minuten). Von dort aus geht es mit der Gondelbahn während einer sechsminütigen Fahrt auf die Alp Sellamatt. Das Hin- und Retour-Ticket für Erwachsene kostet 24 Franken. Wer ein Generalabonnement oder Halbtax der SBB besitzt, zahlt die Hälfte. In der Gondel sind maximal zwei Personen gleichzeitig erlaubt und es herrscht Maskenpflicht.

Eine Märchenlandschaft

Auf der Bergstation angekommen, ist Corona plötzlich gaaaanz weit weg. Sonnenstrahlen im Gesicht und ein blauer Himmel ohne ein einziges Wölkchen. Reine Bergluft. Ich merke förmlich, wie sich mein Gemüt von der ersten Sekunde an erhellt. Und das Abenteuer hat gerade erst begonnen.

Der Weg ist gut beschriftet, sich zu verlaufen ist sogar für unerfahrene Winterwanderer wie ich es bin beinahe unmöglich. Der Wanderpfad ist präpariert, sodass kein spezielles Schuhwerk nötig ist. Es empfiehlt sich aber Schuhe mit gutem Profil zu tragen, da es auf dem Schnee durchaus einmal rutschig sein kann. Geeignet ist der Sagenweg für die ganze Familie.

Der Sagenweg führt durch verschneite Winterlandschaften. Die Tannen sehen so aus, als wären sie mit Puderzucker bestäubt worden. Es geht auf schmalen Pfaden hoch und wieder hinab. Im Blick hat man aber immer die sieben Churfirsten. Unterwegs führt der Weg vorbei an zwölf Toggenburger Sagen. Deshalb wird der Weg üblicherweise von links nach rechts absolviert - in aufsteigender Form der Tafeln. Die volle Wanderung dauert rund fünf Stunden. Es besteht aber die Möglichkeit eine Abkürzung zu nehmen und somit nur drei Stunden unterwegs zu sein.

Das Geheimnis ist gelüftet

Aufgrund der aktuellen Situation ist das Berggasthaus Sellamatt, das direkt an der Bergstation der Bergbahn liegt, geschlossen. Take-Away-Verpflegung ist möglich, jedoch gibt es keine Sitzmöglichkeiten vor Ort (die Toiletten sind aber dennoch für die Benutzung geöffnet).

Meine Begleitung und ich haben uns deshalb entschieden, eine Kartoffel-Lauch-Suppe in einer Thermoskanne mitzunehmen, genauso wie warmen Tee für unterwegs. Diesen Proviant konnten wir dann auf einer (der leider spärlich vertretenen) Bank mit Aussicht auf die Berge inmitten des Schneeparadieses geniessen. Das war wunderbar.

Mein Fazit: Winterwanderungen haben durchaus das Potenzial, ein neues Lieblings-Hobby von mir über die kalte Jahreszeit zu werden. Den funkelnden Schnee zu sehen und die frische Luft einzuatmen tut einfach gut. Genauso wie die warmen Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren. Ausserdem sind die Wander-Tickets für die Bergbahnen meist erschwinglicher als die Ski-Tageskarten. Und es schadet sicherlich nicht, das Heimatland etwas besser kennenzulernen. Ich weiss dank einer der Sagen jetzt sogar, wie die Churfirsten entstanden sind. Das verrate ich Ihnen an dieser Stelle aber nicht - das müssen Sie schon selbst herausfinden.

So viel Spass macht Wandern im Toggenburg.