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In den Skigebieten von Zermatt (Bild), Andermatt und St. Moritz gibt es keine Fixpreise für Skitickets mehr. Bild: pieter.morlion

Die Skiticket-Preise werden noch dynamischer

Der Trend zu flexiblem Pricing auf den Schweizer Skipisten verstärkt sich. Erste Skigebiete steigen auf volldynamische Preismodelle um – Fixpreise adieu.

Im Buhlen um Skifahrer und Wintergäste haben viele Schweizer Seilbahnunternehmen in den vergangenen Monaten verstärkt in Bahntechnik, Beschneiungsanlagen, Pistenfahrzeuge und Gastrobetriebe investiert. Die Aufwendungen belaufen sich gemäss Schätzungen des Branchenverbands Seilbahnen Schweiz (SBS) auf 200 und 350 Millionen Franken. Diese Investitionen werden sich jedoch nur moderat auf die Skipasspreise überwälzen: Gemäss einer SBS-Stichprobe dürften die Preise bei 50 kleinen, mittelgrossen und grossen Skigebieten für Tageskarten und Sechstages-Pässe auf kommenden Winter im Durschnitt um 1,3 Prozent steigen. Jedes zweite Bahnunternehmen lässt die Preise auf dem Niveau des Vorjahres.

Viel wichtiger aber: Immer mehr Skigebiete führen flexible Produkte ein, etwa Online-Frühbucherrabatte oder Preise, die auf den Wettervorhersagen basieren. Eine weitere Möglichkeit ist die Preis-Unterteilung in Haupt- und Nebensaison. Überdies gibt es mittlerweile auch erste Bergbahnen, die auf ein volldynamisches Preismodell umgestellt haben – Fixpreise gibt es dort nicht mehr. Dazu gehören neben der Skiarena Andermatt-Sedrun auch die Skigebiete in Zermatt und im Raum St. Moritz-Oberengadin. Der Vorteil solcher dynamischer Modelle: Mit flexiblen, nachfragebasierten Angeboten können Bahnen die Tage mit erwartungsgemäss schwächerer Nachfrage gezielt fördern. Gäste, die solche Angebote nutzen, profitieren also von reduzierten Preisen. Wer unbedingt an einem Spitzentag auf die Piste will, wird dort aber mehr bezahlen als früher mit der Fixpreis-Tageskarte.

Bei den Saison-Abonnements scheint sich der Trend mit den tiefpreisigen, an Mindestverkaufszahlen geknüpfte Angebote zu festigen. Am «Magic Pass» in der Romandie beteiligen sich mittlerweile 30 Skigebiete – bei der Lancierung im vergangenen Winter waren es noch 25 Skigebiete. Den «Top4-Skipass» im Berner Oberland gibt es in der kommenden Wintersaison erneut. Auch Saas-Fee bleibt im Winter 2019 bei seiner «WinterCard». In den Augen des Verbandes ist es noch zu früh, um abzuschätzen, ob diese Angebote mehr Wintersportlerinnen und –sportler auf die Pisten locken.

(YEB)