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Die globale Nachfrage für die USA war 2017 leicht steigend - aus der Schweiz jedoch deutlich rückgängig. Bild: Greg Ortega

USA: Die revidierten Besucherzahlen liegen jetzt vor

Gemäss den aktuellsten Zahlen der US-Behörden hat die USA-Nachfrage aus der Schweiz zwischen 2015 und 2017 um fast 20 Prozent nachgelassen.

Der globale Marktanteil der USA in Bezug auf internationale Touristen nimmt seit zwei Jahren deutlich ab. Oder doch nicht? Im April kündigte das amerikanische National Travel and Tourism Office (NTTO) an, dass die Zahlen für 2016 und 2017 nicht korrekt seien – wegen einem Programmierungsfehler, durch welchen bei 4,5 Millionen Einreisenden das Herkunftsland irrtümlicherweise als «USA» angegeben wurde.

Gestern nun wurden die neuen Zahlen vorgelegt. Diesen zufolge bereisten 2017 knapp unter 77 Millionen internationale Touristen die USA, was einem Wachstum von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. 2016 wurden 76,4 Millionen internationale Besucher empfangen – demzufolge war 2016 das erste Jahr seit 2003 mit einem Besucherrückgang (-1,8 Prozent).

Auf den globalen Marktanteil der USA haben die neuen Zahlen wenig Auswirkung. Das NTTO konzentriert sich in seiner Medienmitteilung vor allem darauf, dass 2017 ein neuer Rekord bei den Ausgaben der Touristen verzeichnet wurde: Diese gaben 251,4 Milliarden Dollar aus. Die touristische Handelsbilanz betrage +77,4 Milliarden Dollar. Interessant war dabei, dass die Ausgaben für Flüge laut NTTO um 3,4 Prozent zunahmen.

Schweiz mit grossem Einbruch

Zu den Quellmärkten mit dem stärksten Wachstum gehörten 2017 Südkorea (+17,8%), Brasilien (+11%), Argentinien (+10%), Irland (+9%) und Kanada (+4,8%). Das Verhältnis zwischen Märkten mit Wachstum gegenüber Märkten mit Rückgang lag laut NTTO bei 2:1.

Und die Schweiz? Die lag bei den Märkten mit Rückgang. Mehr noch: Abgesehen von ein paar Ländern wie Saudi-Arabien, Venezuela oder Türkei hatte die Schweiz 2017 die prozentual höchsten Rückgänge zu verzeichen – auf jeden Fall die höchsten unter den europäischen Quellmärkten.

Im Rekordjahr 2015 verzeichneten die USA aus der Schweiz 538‘490 Einreisen. Gemäss den revidierten Zahlen lagen diese dann 2016 bei 471‘070 Einreisen (-12,5%) und 2017 bei 441‘270 Einreisen (-6,3%). Die Schweiz hat also innert zwei Jahren fast 100‘000 weniger Einreisen in die USA generiert, kumulativ also ein Rückgang um über 18 Prozent. Damit hat die Schweiz erstmals seit Jahren wieder ihren Platz in den Top 20 der wichtigsten touristischen Quellmärkte der USA verloren, und liegt nun auf Rang 21. 2015 lag die Schweiz noch auf Rang 17...

(JCR)