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Die Victoria-Fälle an der Grenze zwischen Sambia und Simbabwe haben zuletzt wieder deutlich wachsende Besucherzahlen internationaler Touristen verzeichnet. Bild: MrFederico

Simbabwe lockt wieder mehr Touristen an

Das früher beliebte Reiseland im Südlichen Afrika hegt nach vielen Krisenjahren wieder Hoffnung auf mehr Zuspruch - was in engem Zusammenhang mit der überfälligen Absetzung des Despoten Robert Mugabe im letzten November zusammenhängt.

Im November 2017 gab es in Simbabwe einen Militärputsch, infolgedessen der 90-jährige Machthaber Robert Mugabe nach 37 Jahren aus seinem Amt gedrängt wurde. Als neuer Präsident eingesetzt wurde sein Weggefährte Emmerson Mnangagwa; vor zwei Wochen wurden seine Präsidentschaft durch Wahlen legitimiert, was allerdings von der Opposition bestritten wird. Dass sich dadurch für das wirtschaftlich arg gebeutelte Land schnell etwas verbessert, ist eigentlich nicht zu erwarten. Trotzdem scheint sich zumindest das Tourismusgeschäft wieder zu verbessern.

Laut offiziellen Daten wurden im ersten Quartal 2018 genau 554‘417 Touristen im Land gezählt, was einem Wachstum von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Anzahl ausländischer Besucher bei den Victoria-Fällen, der wichtigsten touristischen Attraktion des Landes, nahm gegenüber dem Vorjahr gar um 48 Prozent zu.

Prisca Mupfumira, die Tourismusministerin des Landes, zeigt sich in lokalen Medien zufrieden mit der jüngsten Entwicklung. Das jüngste Tourismuswachstum allein auf den Abgang des unbeliebten und umstrittenen Robert Mugabe zu münzen, wäre allerdings zu einfach: Schon im Jahr 2017 wurde ein Wachstum von 12 Prozent registriert; total konnte Simbabwe 2‘422‘930 internationale Touristenankünfte vermelden. Doch Mupfumira selber sagte, dass die Wahrnehmung Simbabwes sicherlich besser geworden sei. Dies wiederum sei gut für den Tourismus, ein «Pfeiler» der Wirtschaft des Landes, der rund 10 Prozent des BIP ausmache. Gute Einkünfte in diesem Sektor sind umso wichtiger, als die einstige «Kornkammer Afrikas» sich infolge missglückter Landrechtsreformen und diverser Enteignungen von Farmern in eine desolate Situation manövriert hat.

Hoffnung auf dauerhaften Aufschwung

Der Plan ist nun, wieder Investoren anzulocken, welche mehr Vertrauen in die neue Regierung haben. Insbesondere solle es bessere Fluganbindungen, neue Hotelprojekte und einfachere Einreiseprozeduren geben. Ein Visa-on-arrival ist inzwischen bereits möglich. Laut Mupfumira gänzlich abgeschafft wurden die «Roadblocks», berüchtigte willkürliche Polizeikontrollen, welche nicht nur zeit- und nervenraubend waren, sondern oftmals auch das Zahlen von Bestechungsgeldern bedingten.

Noch ist Simbabwe weit von einstigen Touristenzahlen entfernt, aber die Hoffnung ist wieder da. Insbesondere in klassischen Quellmärkten wie Grossbritannien wolle man wieder mehr Präsenz zeigen. Allerdings wird auch viel Geld von chinesischer Seite investiert – auch in den Tourismus. Umstritten ist, ob man – wie etwa Tansania – sich auf Deals mit Jagdunternehmen einlassen soll, was zwar lukrativ ist, letztlich aber imageschädigend in wichtigen Quellmärkten ist.

Man darf gespannt sein, ob das Land mit seiner neuen Regierung, welche der alten jedoch sehr nahe stand, wirklich einen Turnaround beim Image hinbekommt und dadurch auch wieder deutlichen touristischen Aufschwung generieren kann.

(JCR)