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Die thailändischen Tourismusbehörden wollen, dass die Touristen nicht alle zu denselben, sondern auch mal zu weniger bekannten Zielen im Land reisen. Bild: Koh Phai/Eirik Skarstein

Thailand will die Touristenströme besser verteilen

So genannte «sekundäre» Touristenziele sollen künftig besser vermarktet werden. Nicht in direktem Zusammenhang damit: Das Höhlendrama der vergangenen Tage wird bereits touristisch ausgeschlachtet.

Einer der oft genannten Lösungsansätze im Kampf gegen die Auswüchse des «Overtourism» ist, dass Touristenmassen besser verteilt werden sollen, sowohl zeitlich als auch geografisch. Das ist leichter gesagt als getan, weil viele Reisende ganz bestimmte, bekannte Orte sehen wollen, und auch weil dort oft die Infrastruktur besser und auch günstiger ist.

Die Tourism Authority of Thailand (TAT) will nun aber genau dort ansetzen. Im «Action Plan 2019» ist festgehalten, dass man Besucherströme vermehrt in Provinzen lenken will, welche bislang weniger als vier Millionen Touristen pro Jahr verzeichneten, und dass man negative ökologische und soziale Auswirkungen des Tourismus mildern will. «Die TAT will die Wertschöpfung aus den touristischen Einreisen besser mit den soziokulturellen und ökologischen Auswirkungen des touristischen Wachstums in Balance bringen», erklärt TAT-Governor Yuthasak Supasorn gegenüber «TTG Asia».

Konkret will sich die TAT 2019 auf die Promotion sekundärer Tourismusziele fokussieren, und dabei auf drei Kernelemente setzen: Gastronomie, Content Marketing und Umweltbewusstsein. Um die «sekundären Ziele» - was natürlich nicht qualitativ, sondern rein nachfrageseitig gemeint ist - bekannter zu machen, werden neue Rundreisen ausgearbeitet und lokale Anbieter in touristisch weniger entwickelten Gebieten besser in diesen Prozess eingebunden. Darüber hinaus sollen diese neuen Ziele vor allem bei Senioren und Frauen, aber auch via Social Media bei den Millennials und darüber hinaus bei Geschäftsreisenden (welche auch mal unter der Woche reisen können) promotet.

Im gastronomischen Sektor wird auf die Strahlkraft der Marke Michelin gesetzt: So wurde bereits ein «Michelin Guidebook 2019» zur Promotion von Thailand bei den so genannten «Foodies» (also auf gastronomische Erlebnisse fokussierte Touristen) publiziert, und noch in diesem Jahr wird ein «Michelin Food Festival» durchgeführt. Im Bereich des Umweltbewusstseins will die TAT vor allem mehr «Clean Up»-Projekte durchsetzen und sowohl bei sich selber als auch bei Tourismusunternehmen für adäquate CSR-Richtlinien (Corporate Social Responsibility) sorgen. Gegen Overtourism geht Thailand bereits seit einiger Zeit resolut vor - etwa mit der temporären Schliessung der Maya Bay.

Als Ziel für das kommende Jahr hat die TAT ein Wachstum von 12 Prozent aus internationalen Märkten und 10 Prozent aus dem Domestic-Markt angegeben. In Nachbarländern soll Thailand als Wochenendziel promoviert werden.

(JCR)