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Ausländer wie auch Schweizer verbringen gerne Ferien in der Schweiz. Doch gaben Schweizer insgesamt mehr auf Auslandreisen als, als im heimischen Tourismus reinkam. Bild: Joshua Earle

Negative Tourismus-Handelsbilanz für die Schweiz

Schweizer Touristen geben im Ausland mehr aus, als ausländische Gäste in der Schweiz ausgeben. Dies und mehr lässt sich aus der neuen Broschüre des STV herauslesen.

Der Schweizer Tourismus-Verband (STV) hat soeben die Publikation «Schweizer Tourismus in Zahlen 2017» veröffentlicht. Primär geht es darin um die Zahlen, welche der Incoming-Tourismus erwirtschaftet. Demnach wurden laut STV, welcher sich wiederum auf das Bundesamt für Statistik (BfS) beruht, im Schweizer Tourismus vorletztes Jahr 46,7 Milliarden Franken umgesetzt. 20,3 Milliarden oder knapp 43,5% davon wurden durch die Beherbergung, die Verpflegung und den Transport von Touristen erwirtschaftet. Dem Tourismus seien rund 4,4 Prozent der Exporteinnahmen zuzuschreiben; bei den Wirtschaftszweigen, die Exporteinnahmen generieren, liegt der Tourismus damit auf Rang 6 (hinter Pharma/Chemie, Metall/Maschinen, Transithandel, Finanzdiensten und Uhren).

Das Angebot getragen haben 4878 Hotels und Kurbetriebe mit insgesamt 275‘203 Hotelbetten, worin 37‘392‘740 Logiernächte gebucht wurden, sowie 29‘022 Restaurants/Verpflegungsbetriebe. Der Tourismus sorgte insgesamt für 165‘675 Vollzeitäquivalente.

Ausländische Gäste gaben laut der Fremdenverkehrsbilanz 2017 des BfS, auf welches sich die STV-Broschüre bezieht, zudem 16,0 Milliarden Franken in der Schweiz aus. Damit hat die Schweiz, wenn man Incoming- und Outgoing-Tourismus einander gegenüberstellt, ein leichtes Handelsdefizit: Schweizer Gäste gaben laut derselben Studie nämlich im Ausland 16,1 Milliarden Franken aus.

Schweizer reisten am häufigsten nach Deutschland

Das liegt daran, dass die Schweizer eben weiter extrem aktive (Ausland-)Reisende sind. 2016 unternahmen 91% der Schweizer Wohnbevölkerung mindestens eine Reise mit einer oder mehreren auswärtigen Übernachtungen. Insgesamt wurden 22,4 Millionen Reisen mit Übernachtungen durchgeführt, davon 7,5 Millionen im Inland. Somit wurden pro Person im Mittel 3,0 Reisen durchgeführt, 1,0 davon mit inländischem Reiseziel.

33% der Reisen mit Übernachtungen hatten eine Destination innerhalb der Schweiz zum Ziel. 38% der Reisen führten in die Nachbarländer, am häufigsten nach Deutschland (13%), Italien (12%) und Frankreich (9%). Auf die restlichen Länder Europas entfielen 21% der Reisen; weitere 8% waren Fernreisen mit Destinationen ausserhalb Europas.

Wir unternehmen aber auch gerne Ausflüge, also Tagesreisen. Die Schweizer Wohnbevölkerung unternahm 2016 insgesamt 76,9 Millionen Tagesreisen, was im Mittel 10,2 Reisen pro Person entspricht.

Wer mehr Informationen will: Die Broschüre kann kostenlos unter diesem Link heruntergeladen oder auch postalisch bestellt werden.

(JCR)