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Wer auf Amsterdams Kanälen eine Bootstour machen will, soll künftig ausserhalb des Stadtzentrums ein- und aussteigen. Bild: Pixabay.

Amsterdam erlässt neue rigorose Tourismus-Regelungen

Am Mittwoch kündigte die Stadt an, Airbnb in den belebten Amsterdamer Vierteln zu verbieten und sogenannte Vergnügungstransporte einzuschränken. Aber das ist noch nicht alles.

Schon letztes Jahr hat Amsterdam einige neue Regelungen erlassen. Diesmal will man aber noch weitergehen: Eine Koalition aus vier Parteien hat am Mittwoch verkündet, sich auf neue Reformen für den Tourismus geeinigt zu haben. Konkret: Airbnb soll in den belebten Amsterdamer Vierteln verboten werden. Und auch ausserhalb dieser Viertel will man die Airbnb-Vermietungen auf 30 Tage pro Jahr beschränken.

Die beliebten Kanäle, die durch das Stadtzentrum fliessen, sollen beruhigt werden: Bootsreisende, die eine Tour durch das Stadtzentrum machen wollen, sollen ausserhalb des Zentrums ein- und aussteigen. Sogenannte Vergnügungstransporte wie beispielsweise Mehrpersonen-Bierfahrräder, Pferdekutschen oder Segway-Touren sollen ebenfalls stark eingeschränkt werden.

In der Innenstadt wurde die Eröffnung neuer Touristenshops bereits verboten. Nun soll aber auch die Anzahl Filialen grosser Einzelhandelsketten begrenzt werden. Die Parteien wünschen sich ein ruhigeres Strassenbild: Deshalb wird die Werbesteuer wieder eingeführt. Werbetafeln, die Videos abspielen, sollen verboten werden. Tourguides, die ausserhalb der Rotlichtviertels agieren, müssen künftig eine Bewilligung einholen. Und auch Touristenbusse werden aus dem unmittelbaren Stadtring verbannt. 

Höhere Tourismussteuer

Ebenfalls hat die Koalition beschlossen, die im 2017 gemachten Pläne für die Umsiedlung des Passagierterminals nach Coenhaven zu kippen. Dies aus Kostengründen und weil das Terminal den Wohnungsbau im Hafengebiet einschränken und den Touristenstrom nicht ausreichend verteilen würde. Nun werde im Gebiet des Nordsee-Kanals ein alternativer Standort geprüft. Das derzeitige Terminal auf der Piet Heijnkade bleibe vorerst für kleinere Schiffe zugänglich.

Um die kostspieligen Pläne umzusetzen, soll die Kurtaxe in ganz Amsterdam auf 7 Prozent erhöht werden. Derzeit beträgt sie 6 Prozent in der Innenstadt und 4 Prozent in den Aussenbezirken. Mit einer Bevölkerung von rund 800.000 erwartet die Stadt in diesem Jahr 18 Millionen Touristen, das sind 20 Prozent mehr als im Jahr 2016. 

(LVE)