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Malaysias Tourismus- und Kulturminister Dato’ Seri Mohamed Nazri Aziz war am Donnerstag zu Besuch in der Schweiz. Bilder: Patrik Felber/TN

Malaysias Tourismusminister zu Besuch in der Schweiz

Von Gregor Waser

Nach dem WTM in London stoppte der Tourismusminister Malaysias Dato’ Seri Mohamed Nazri Aziz in der Schweiz und sprach mit travelnews.ch über den Tourismus in Malaysia und die Bedeutung von Ecotourism.

Am World Travel Market in London trifft sich jedes Jahr im November die weltweite Tourismusprominenz. In den Folgetagen nutzen die von weither angereisten Protagonisten die Möglichkeit für weitere Stopps in Europa.

Ein überraschender Besuch erlebte am Donnerstag Basel: Malaysias Tourismus- und Kulturminister Dato’ Seri Mohamed Nazri Aziz besuchte vor seiner Rückreise nach Kuala Lumpur den befreundeten Chef und Restaurantbesitzer Jeffery Sandragesan, Honorarkonsul Malaysias in der Schweiz. Dabei nutzte er die Gelegenheit für einige Gespräche mit Touristikern und Wirtschaftsvertretern.

Der einstige Justizminister und heutige Kultur- und Tourismusminister Malaysias lässt es sich nicht nehmen in den Rummel der Basler Herbstmesse einzutauchen – mit Hut und Handschuhen trotzt er den kalten Schweizer Temperaturen –, bevor er im Pavillon von Jeffery’s Steakhouse Platz nimmt und die Fragen von travelnews.ch locker und fröhlich beantwortet.

Dato’ Seri Mohamed Nazri Aziz, wie haben Sie den World Travel Market erlebt?

Dato’ Seri Mohamed Nazri Aziz: Der WTM ist für uns sehr wichtig, wir konnten wichtige Kontakte pflegen. Im 34. Jahr in Folge besuchen wir die Ausstellung, das erste Mal war 1983. Grossbritannien ist für uns der wichtigste Markt in Europa, die Anzahl von 400'000 UK-Gästen möchten wir auf 500'000 erhöhen.

Welche Bedeutung haben die deutschsprachigen Märkte für Sie?

Aus Deutschland konnten wir im letzten Jahr 130'000, aus der Schweiz 26'000 Gäste begrüssen, beides sind sehr wichtige Märkte für uns. Die Schweizer Gäste übernachten im Durchschnitt knapp 9 Mal bei uns und gehören damit zu jenen Gästen, die sich am längsten bei uns aufhalten. Total rechnen wir in diesem Jahr mit einer Million Gästen aus Europa – eine schöne Zahl in Anbetracht, dass wir für europäische Gäste ein Langstreckenziel sind.

Lagen die Einreisezahlen aus Europa auch in den letzten Jahren auf diesem Niveau?

Wir verzeichneten leichte Rückgänge. Das hatte auch damit zu tun, dass Malaysia Airlines einige Strecken nach Europa aufgab. Wir arbeiten heute aber intensiv mit verschiedenen Airlines, etwa Emirates, Etihad, Qatar Airways, Turkish Airlines oder Singapore Airlines – die Erreichbarkeit unseres Landes ist kein Problem.

«2019 Gastland an der ITB, 2020 folgt das Visit Malaysia Year»

Welches war Ihre Hauptmessage am WTM?

Wie legen den Fokus auf Ecotourism. Malaysias Biodiversität ist einzigartig und wir wollen diese Vielfalt sicherstellen. Um das zu tun, sind Gäste aus Europa für uns sehr wichtig. Denn sie schätzen unsere Natur sehr. Gleichzeitig müssen wir unseren Landleuten in abgelegenen Regionen die Bedeutung von Ecotourism und einer gut erhaltenen Natur vermitteln. Sie fragen uns, was dies für sie bringe? Und wir können ihnen sagen, dass sie aus dem Tourismus auch Gelder erhalten.  Wir wollen keinen Overtourism sondern ein Gleichgewicht, für uns ist Ecotourism essentiell. Ein Beispiel: in Sipadan haben wir die täglichen Tauchgänge auf 120 limitiert.

Welche Pläne haben Sie für die kommenden Jahre?

Wir setzen auf eine nachhaltige Tourismus-Strategie, die unserer Überzeugung nach langfristig der Schlüssel zum Erfolg für unsere Nation, die Bevölkerung und die Wirtschaft ist. Dabei möchten wir die Zusammenarbeit von Malaysia und Europa noch stärker betonen. 2020 zelebrieren wir das Visit Malaysia Year, im Jahr zuvor sind wir an der ITB 2019 Gastland.